Banker-Warnung "Die deutsche Wirtschaft könnte sich an einem Krisencocktail verschlucken"

Der Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing warnt vor einem toxischen Gemisch wirtschaftlicher Krisen. Noch sei die Konjunktur stabil - doch die Unsicherheiten nähmen zu.
Christian Sewing

Christian Sewing

Foto: Arne Dedert/ dpa

Der Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing blickt eher düster in die Zukunft. Die Wirtschaft könnte sich nach seiner Ansicht an einem "Krisencocktail" aus internationalen Streitigkeiten und bedrohlichen politischen Entwicklungen verschlucken.

Noch gingen die meisten Volkswirte - auch die der Deutschen Bank - zwar von einer stabilen konjunkturellen Entwicklung bis ins kommende Jahr hinein aus, sagte Sewing an diesem Mittwoch in Düsseldorf. Die Daten der Ökonomen spiegelten aber nicht wider, dass die Unsicherheit viel größer geworden sei. Dies mache größere Schwankungen an den Märkten wahrscheinlicher.

Niemand habe etwa prognostiziert, dass der Handelsstreit zwischen den USA und China "wider alle Vernunft derart eskalieren würde". Auch zwischen der EU und den USA drohe weiter ein Wettrüsten mit Zöllen und Handelsschranken. "Die Zolldiskussion zeigt bereits Auswirkungen, wie man an den Exporterwartungen deutscher Unternehmen im Vergleich zu den Höchstständen aus dem vergangenen Jahr erkennen kann", sagte Sewing.

Hinzu komme der Brexit. Es gebe die Hoffnung, dass rechtzeitig zwischen der Europäischen Union und der Regierung in London geklärt werden könne, wie Modalitäten und Übergangsfristen für das britische Ausscheiden aus der EU aussehen. Komme es zwischen beiden Seiten aber zum Jahreswechsel zum "Showdown", würden die Finanzmärkte dies bereits im Dezember einpreisen. "Volatilität wird die Folge sein - ein wenig tut gut; wenn es mehr wird, wird es gefährlich", warnte der Deutsche-Bank-Chef.

hej/Reuters
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