Banker-Warnung "Die deutsche Wirtschaft könnte sich an einem Krisencocktail verschlucken"

Der Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing warnt vor einem toxischen Gemisch wirtschaftlicher Krisen. Noch sei die Konjunktur stabil - doch die Unsicherheiten nähmen zu.

Christian Sewing
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Christian Sewing


Der Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing blickt eher düster in die Zukunft. Die Wirtschaft könnte sich nach seiner Ansicht an einem "Krisencocktail" aus internationalen Streitigkeiten und bedrohlichen politischen Entwicklungen verschlucken.

Noch gingen die meisten Volkswirte - auch die der Deutschen Bank - zwar von einer stabilen konjunkturellen Entwicklung bis ins kommende Jahr hinein aus, sagte Sewing an diesem Mittwoch in Düsseldorf. Die Daten der Ökonomen spiegelten aber nicht wider, dass die Unsicherheit viel größer geworden sei. Dies mache größere Schwankungen an den Märkten wahrscheinlicher.

Niemand habe etwa prognostiziert, dass der Handelsstreit zwischen den USA und China "wider alle Vernunft derart eskalieren würde". Auch zwischen der EU und den USA drohe weiter ein Wettrüsten mit Zöllen und Handelsschranken. "Die Zolldiskussion zeigt bereits Auswirkungen, wie man an den Exporterwartungen deutscher Unternehmen im Vergleich zu den Höchstständen aus dem vergangenen Jahr erkennen kann", sagte Sewing.

Hinzu komme der Brexit. Es gebe die Hoffnung, dass rechtzeitig zwischen der Europäischen Union und der Regierung in London geklärt werden könne, wie Modalitäten und Übergangsfristen für das britische Ausscheiden aus der EU aussehen. Komme es zwischen beiden Seiten aber zum Jahreswechsel zum "Showdown", würden die Finanzmärkte dies bereits im Dezember einpreisen. "Volatilität wird die Folge sein - ein wenig tut gut; wenn es mehr wird, wird es gefährlich", warnte der Deutsche-Bank-Chef.

hej/Reuters



insgesamt 2 Beiträge
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YoRequerrosATorres 26.09.2018
1. Verwerfungen und Volatilität
..kann es geben, klar. Das Szenario des rosaroten Weiter-so-Wachstums hat ja schon Reduktionen erfahren - in D und Europa. In UK hat die Volkswirtschaft ja schon jetzt eine fette Delle und das Pfund ist nicht gerade eine Oase der Stabilität, auch klar. Aber eine Krise kann auch das sorgengeplagte politische und wirtschaftliche Establishment nun beim besten Willen nicht erkennen. Auftragseingänge und -bestand sind immer noch sehr gut und selbst die Finanzbranche kommt langsam mal wieder aus dem Keller. Also Kopf hoch, Herr Sewing! Irgendwann geht es auch der DB wieder besser.
genugistgenug 26.09.2018
2. Nicht "könnte" sondern "hat sich schon"
Dazu kommt noch die allgemeine Marktsättigung und das größte Problem, dass in Dummenlands Politik/Bürokratur die Probleme nur existieren, wenn sie angemeldet wurden (in dreifacher Ausfertigung) und die Gebühren bezahlt wurden - natürlich nur zu den üblichen Bürozeiten. Dann geht alles den bürokratischen Weg un dder Rest derf Welt hat zu warten. Leider funktioniert das nicht so. Als wir in der IT begonnen haben, hieß es eine Bank deren IT gecrasht ist,ist nach 24 Stunden Pleite - das war 1981. Oder anders gsagt, bis "unsere" ReGIERung" alle zusammengerufen und sich mit allen Parteien und Problemministern abgesprochen hat, ist die "messe schon gelesen", oder alles vorbei. Heute wurden ja schon neue Überssekabel verlegt, weil die 6 Millisekunden schneller sind - und diese Kosten schon nach eineigen Wochen wieder drin waren. Unsere 2 Empfehlungen für die kommenden lausigen Zeiten: Ersparnisse unters Kopfkissen legen oder jemanden kennen der Ersparnisse unterm Kopfkissen hat.
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