Deutsche Bank Fitschens Vertrag wird vorzeitig verlängert

Die Deutsche Bank wird den Vertrag von Co-Chef Jürgen Fitschen vorzeitig verlängern. Dies hat die Bank am Mittag verkündet. Für den 65-Jährigen gibt es eine breite Zustimmung im größten deutschen Geldhaus.

Fitschen: Großer Rückhalt im Kreditinstitut
REUTERS

Fitschen: Großer Rückhalt im Kreditinstitut


Frankfurt am Main - Der Vertrag von Co-Chef Jürgen Fitschen wird vorzeitig verlängert. Dies hat das Bankhaus am Mittag verkündet. Zunächst war geplant, über die vorzeitige Vertragsverlängerung des Co-Vorstandschefs der Deutschen Bank auf einer Klausurtagung am Freitag und Samstag zu beraten. Für Fitschen gibt es eine breite Zustimmung in dem Bankhaus.

Mit der vorläufigen Verlängerung des Vertrags wolle man jede Nachfolgedebatte im Keim ersticken, sagte ein Insider laut Nachrichtenagentur Reuters. Der Vertrag von Co-Chef Anshu Jain, der seit Juni 2012 zusammen mit dem 65-jährigen Fitschen an der Spitze von Deutschlands größtem Geldhaus steht, läuft ohnehin bis 2017. Mit der Entscheidung will das Institut zeigen, dass es Lehren aus der zähen Debatte um die Nachfolge von Ex-Chef Josef Ackermann gezogen hat, heißt es aus Finanzkreisen.

Die Diskussionen hatten sich damals viele Monate hingezogen, für Spannungen innerhalb der Bank gesorgt und dem Ansehen des Geldhauses geschadet. Fitschens Vertrag, der noch bis Frühling 2015 läuft, soll deshalb bereits jetzt verlängert werden und nicht - wie normalerweise üblich - erst ein Jahr vor dem Ende des Kontraktes. Jain und Fitschen hätten Aufsichtsratschef Paul Achleitner gemeinsam darum gebeten, den Vertrag des Norddeutschen zu verlängern, sagte ein Insider laut Nachrichtenagentur Reuters. Im Oktober wolle der gesamte Aufsichtsrat dafür grünes Licht geben. "Das ist aber nur noch eine Formalität - es gibt keinen Widerspruch dagegen."

Fitschen, der in der heimischen Industrie und Politik als bestens vernetzt ist, gilt vielen als Gegengewicht zum Investmentbanker Jain. Der gebürtige Inder, der bei öffentlichen Auftritten kaum Deutsch spricht, war jahrelang Chef der Investmentbanksparte, die für zahlreiche Skandale verantwortlich war - unter anderem die Manipulation des Referenzzinssatzes Libor. Aktionäre wie die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz hatten deshalb bereits im Frühjahr gefordert, den Vertrag von Fitschen zu verlängern.

mhs/lei/cte/dpa-AFX/Reuters



insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
ihawk 11.09.2013
1. Na ja ...
Nun, die Vorstandsgehälter und Aufsichtsratsvergütungen hat er mit Sicherheit nicht gekürzt, sondern mit Personalkürzungen gesichert. Der Selbstbedienungsladen der Finanzmafia wird profitabel weiter geführt wie bisher. Wenn sich bis 2015 massive Fehler herausstellen, kann er auf eine zweistellige Millionenabfindung hoffen.
bayern2004 11.09.2013
2. Deutsche Bank
Die Deutsche Bank gehört zerschlagen! Es kann nicht sein, das eine Bank eine größere Bilanzsumme hat als das Deutsche Staatsbudget!
snigger 11.09.2013
3. war da nicht noch was?
hab ich nich grad noch einen artikel über die CoBa im BrainCache ... wo es um zwei Vorstände ging, die eher gehen sollen??? nette parallität der ereignisse. nach meiner meinung soltel man den vertrag fristgerecht (also ein jahr vor ablauf) verlängern.
Herr Hold 11.09.2013
4. ?
Zitat von bayern2004Die Deutsche Bank gehört zerschlagen! Es kann nicht sein, das eine Bank eine größere Bilanzsumme hat als das Deutsche Staatsbudget!
Mit welcher Begründung?
klaus_moers 11.09.2013
5. 65 - Jähriger?
Nichts gegen das Alter, aber hier geht es nur um persönliche Interessen. Wer in diesem Alter die Reife und Klugheit besitzt, wird einen geeigneten Nachfolger empfehlen.
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