Rechtsstreits Deutsche Bank fordert Boni von Ackermann und Jain zurück

Die Deutsche Bank belasten milliardenteure Rechtsstreits. Nun sollen mehrere ehemalige Top-Manager büßen - darunter drei Ex-Vorstandschefs.
Ex-Vorstände Jain, Ackermann

Ex-Vorstände Jain, Ackermann

Foto: ALEX DOMANSKI/ REUTERS

Die Deutsche Bank will offenbar Boni in Millionenhöhe von sechs früheren Vorständen zurückfordern. Betroffen seien die Ex-Vorstandschefs Anshu Jain, Josef Ackermann, Jürgen Fitschen und weitere Topmanager, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" . Ein Sprecher der Bank wollte den Bericht nicht kommentieren.

Die höchste Summe will die Bank laut "SZ" von Jain einholen. Er leitete früher das Investmentbanking und war von 2012 bis 2015 Co-Chef der Bank. Dem Bericht zufolge könnte es in seinem Fall um einen zweistelligen Millionenbetrag gehen. Insgesamt soll Jain einen dreistelligen Millionenbetrag während seiner Zeit bei dem Institut verdient haben.

Die Deutsche Bank prüfe nicht nur, in welchem Ausmaß Boni gestrichen werden können, die noch nicht ausgezahlt wurden, hieß es. Wie SPIEGEL ONLINE aus Finanzkreisen bestätigt wurde, geht es auch darum, dass das Institut bereits ausgezahlte Boni zurückfordert. Eine Entscheidung dazu sei aber noch nicht gefallen, sagten mehrere mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Fotostrecke

Die Skandale der Deutschen Bank: Peanuts und Pannen

Foto: © Ralph Orlowski / Reuters/ REUTERS

Dies soll in Deutschland ab 1. Januar 2017 möglich sein. Die Finanzaufsicht Bafin ändert dazu gerade die sogenannte Institutsvergütungsverordnung. Im September soll die neue Fassung vorliegen.

In den USA hatte erst Ende September der Chef der Großbank Wells Fargo, John Stumpf, auf 41 Millionen Dollar an zugeteilten, noch nicht bezahlten Boni verzichten müssen. Hintergrund waren dubiose Geschäftspraktiken. Tausende Mitarbeiter der Bank sollen Kunden über Jahre systematisch zum Kauf teurer Finanzprodukte überredet und mehr als zwei Millionen teils gebührenpflichtige Konten ohne deren Wissen eingerichtet haben.

ssu/dpa-AFX
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.