Verdacht auf Verstoß gegen Sanktionen Russland-Affäre bedroht die Deutsche Bank

US-Behörden weiten laut "Financial Times" ihre Ermittlungen gegen die Deutsche Bank aus - weil das Institut gegen die Russland-Sanktionen verstoßen haben soll. Die Anleger reagierten prompt.
Frankfurt am Main: Deutsche-Bank-Zentrale spiegelt sich in einer Pfütze

Frankfurt am Main: Deutsche-Bank-Zentrale spiegelt sich in einer Pfütze

Foto: Alexander Heinl/ dpa

Das Russland-Geschäft der Deutschen Bank gerät zunehmend ins Visier der Ermittler. Die US-Behörden gingen nun auch dem Verdacht auf Verstöße gegen die aktuellen politischen Sanktionen nach, schreibt die "Financial Times" unter Berufung auf mehrere Insider.

An der Börse sorgten die Nachrichten für Verunsicherung: Die Deutsche-Bank-Aktie gab im Vormittagshandel knapp zwei Prozent nach und war damit Schlusslicht im Leitindex Dax.

Bislang war es bei den Ermittlungen vorrangig um den Verdacht der Geldwäsche im Moskauer Handelsbereich der Bank gegangen. Verstöße gegen Sanktionen, die wegen des Ukrainekonflikts verhängt worden sind, hätten laut "FT" wegen ihrer großen politischen Brisanz aber noch größere Sprengkraft.

Die USA haben zuletzt verdeutlicht, dass sie bei Sanktionsvergehen wenig zimperlich mit Finanzkonzernen umgehen. So verdonnerten sie die französische Großbank BNP Paribas im vergangenen Jahr zu einer Rekordstrafe von fast neun Milliarden Dollar, weil sie bei Geschäften mit Staaten wie Iran gegen Handelsbeschränkungen verstoßen habe. Wegen ähnlicher Verdachtsmomente haben die USA die Deutsche Bank ebenso wie zahlreiche andere europäische Institute bereits länger im Visier. Die Russland-Geschäfte kommen nun noch hinzu.

Am Montag bekräftigte die Deutsche Bank, die Aufklärung dubioser Geschäfte zwischen Moskau und London stehe im Vordergrund. Sie arbeite mit den Behörden zusammen, habe bereits disziplinarische Maßnahmen getroffen und werde das gegebenenfalls weiterhin tun, sagte ein Sprecher.

Im Halbjahresbericht im Juli hatte das Institut zuvor eingeräumt, dass derzeit interne Untersuchungen im Zusammenhang mit Aktiengeschäften in Moskau und London untersucht würden. Es gehe um ein erhebliches Volumen. Zudem bestätigte die Bank, einige Mitarbeiter wegen der Ermittlungen suspendiert zu haben. Weitere personelle Konsequenzen hatte das Institut schon damals nicht ausgeschlossen.

bos/dpa/Reuters