Aktie bricht ein Hedgefonds ziehen Geschäft von der Deutschen Bank ab

Die Krise der Deutschen Bank macht Anleger und Kunden nervös: Offenbar haben einige Hedgefonds begonnen, Gelder abzuziehen. Das größte deutsche Geldhaus beteuert, die Finanzlage sei stabil.

Dax-Kurve an der Frankfurter Börse
DPA

Dax-Kurve an der Frankfurter Börse


Solche Mitteilungen sorgen selten für Beruhigung: "Unsere Kunden gehören zu den anspruchsvollsten Investoren der Welt", erklärte ein Deutsche-Bank-Sprecher. "Wir sind zuversichtlich, dass die meisten von ihnen Kenntnis haben von unserer stabilen Finanzposition, dem derzeitigen makroökonomischen Umfeld, dem Rechtsstreit in den USA und den Fortschritten, die wir mit unserer Strategie machen." Soll heißen: Das größte deutsche Geldhaus kommt schon klar.

Anlass der Äußerung war eine Bloomberg-Meldung. Unter Berufung auf ein internes Dokument der Deutschen Bank berichtete die Nachrichtenagentur, einige Hedgefonds reduzierten ihr Geschäft mit der Deutschen Bank. Die Kunden im sogenannten Derivate-Clearing hätten einige überschüssige Geldbestände und Positionen abgezogen.

Unter Derivate-Clearing versteht man die Abwicklung von Geschäften mit komplizierten Finanzprodukten. Dabei wird die Stabilität des Geschäftspartners als wichtig empfunden. Die große Mehrheit der über 200 Derivate-Clearing-Kunden habe allerdings keine Veränderungen vorgenommen.

Die Äußerung der Deutschen Bank verstärkte die Nervosität der Anleger: Der Aktienkurs der Deutschen Bank Chart zeigen rauschte im nachbörslichen Handel um mehr als sieben Prozent ab und stoppte erst kurz vor der Marke von zehn Euro. Mehr als 41 Millionen Aktien wechselten den Besitzer - so viele wie noch nie zuvor.

Auch die Kurse von US-Banken wie Goldman Sachs Chart zeigen, JP Morgan oder Citigroup Chart zeigen gerieten unter Druck. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte unlängst mit seiner Einschätzung für Aufsehen gesorgt, Deutschlands größtes Geldhaus sei wegen seiner weltweiten Verflechtungen besonders gefährlich für das Finanzsystem.

Die Deutsche Bank steht derzeit enorm unter Druck: In den USA droht eine Rekordstrafe von 14 Milliarden Dollar in Vergleichsverhandlungen um Hypothekengeschäfte aus Zeiten vor der Finanzkrise. Anleger befürchten, dass die Bank ihr Kapital erhöhen muss. Die Bundesregierung wies jüngst gar einen Bericht zurück, es werde an einem Notfallplan für den Finanzkonzern gearbeitet.

nck/dpa/Reuters

insgesamt 17 Beiträge
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franxinatra 30.09.2016
1. Feindliche Übernahme durch die Postbank...
wäre die beste Lösung: die hat gemessen an ihrer Größe und Investitionen, und mit ihrem Crossselling potential durch die Post eindeutig wirtschaftlicher gearbeitet als dei 'Mutter'!
spreepirat 30.09.2016
2. Spekulation gegen DB mit Leerverkäufen
Mit mehr als 1 Mrd. EUR wird derzeit von Hedgefonds und Privaten über Leerverkäufe gegen die Deutsche Bank spekuliert. Hedgefonds haben Aktien, die Sie garnoch gar nicht haben, zu einem bestimmten Termin zu einem festen niedrigen Preis an Dritte verkauft. Ist der Kurs der Aktie zum Liefertermin höher als der Leerverkaufskurs, machen die Heuschrecken massive Verluste, was vermieden werden soll. . Schon einmal sind die Hedgefonds auf die Nase gefallen, während des Versuchs durch Porsche, VW zu übernehmen. Sie haben damals Milliarden verloren, weil zum Liefertermin der VW-Aktien so gut wie keine VW-Aktien auf dem Markt waren (die hatte Porsche schon vorher sich gesichert) und der VW-Kurs unendlich hoch ging wegen der Nachfrage der Leerverkäufer, die ihre Kontrakte bedienen mussten. So etwas soll sich nicht wiederholen. Deshalb wird jetzt der Aktienkurs der Deutschen Bank auf Teufel komm raus nach unten geprügelt. Es ist seit Tagen bekannt, dass solch eine Attacke läuft, Soros hat darüber ganz offen gesprochen, dass er selber mit 100 Mio. dabei ist. Hat der Spiegel eigentlich eine Wirtschaftsredaktion, die sich im Aktiengeschäft auskennt? Warum werden diese Zusammenhänge nicht erwähnt in Ihrem Artikel?
fritz_64 30.09.2016
3. 8 Jahre sind vergangen
und wie mir scheint ist es aus Sicht der Spekulanten Zeit für die nächste globale Finanzkrise. Diesmal beginnt es in Deutschland und wie damals bei Lehmann werden die Politiker durch lieber nichts tun die Krise befeuern. Nichts gelernt aus der Vergangenheit
eckawol 30.09.2016
4. Das SPON-Panikorchester in der Wirtschaftsredaktion
versteht nicht, was durch Leerverkäufe der Deutsche Bank - Aktien verursacht wird : Kursrutsch ohne in Besitz der Deutsche Bank - Aktien zu sein. So werden Kurse "gemacht", um möglicherweise billig an die Aktien der DB zu kommen. Wie wäre es, wenn bei SPON sich jemand hinsetzt, die Leerverkäufe gründlich zu erklären und welche Gewinnmöglichkeiten Leerverkäufe bieten.
karljosef 30.09.2016
5. Es sind doch sicherlich Aktienprofis unter den Lesern!
Kann man nicht auf den Niedergang des DB-Aktienwertes wetten? ZYNISMUS OFF
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