Steuerärger Deutsche-Bank-Manager in Israel festgenommen

Die Deutsche Bank kommt nicht aus den negativen Schlagzeilen: Diesmal hat das Institut Ärger mit der israelischen Steuerbehörde. Der örtliche Bankchef wurde vorübergehend festgenommen.

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt
AFP

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt


Gerade hat sich die Deutsche Bank in Zeitungsanzeigen für die Fehler der Vergangenheit entschuldigt, da gibt es schon neuen Ärger: In Israel steht Deutschlands größtes Geldhaus unter Verdacht, es mit den Steuern nicht so genau genommen zu haben.

Büros wurden durchsucht, Computer beschlagnahmt und Landeschef Boaz Schwartz vorübergehend festgesetzt. Inzwischen wurde der Manager laut Steuerbehörde aber gegen Kaution wieder freigelassen.

Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt wollte sich zu Details nicht äußern. Eine Sprecherin sagte lediglich, das Institut arbeite zur Aufklärung der Vorwürfe mit den Behörden zusammen und halte sich an Recht und Gesetz.

Nach Angaben der israelischen Steuerbehörde geht es um Geschäfte im Gesamtvolumen von umgerechnet knapp 140 Millionen Euro. Die Deutsche Bank habe in den vergangenen sechs Jahren Transaktionen für Kunden abgewickelt, die sie als Ausländer geführt habe. Damit hätten diese Kunden von Steuervorteilen profitiert. Tatsächlich seien aber auch israelische Staatsbürger darunter gewesen, die volle Steuern hätten zahlen müssen.

Für die Bank sind die jüngsten Nachrichten ein Rückschlag, schließlich hat Vorstandschef John Cryan angekündigt, dubiose Geschäfte gehörten der Vergangenheit an. Erst im vergangenen Monat hatte das Institut zwei große Rechtsstreitigkeiten in wesentlichen Teilen mit Vergleichen abgeräumt. Auch deswegen hatte die Bank 2016 das zweite Jahr in Folge einen Milliardenverlust geschrieben.

stk/dpa/Reuters



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