Medienbericht zu Cum-Ex-Geschäften Justiz ermittelt offenbar gegen Ackermann

Mit Cum-Ex-Deals prellten Banken und Investoren den Fiskus um Milliarden. Laut einem Medienbericht weitet die Staatsanwaltschaft jetzt ihre Ermittlungen aus - und nimmt offenbar heutige und frühere Manager der Deutschen Bank ins Visier.
Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, Josef Ackermann

Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, Josef Ackermann

Foto: Sven Hoppe/ picture alliance / dpa

Durch die Cum-Ex-Masche bei Aktiengeschäften sind dem deutschen Staat mehr als fünf Milliarden Euro Steuern entgangen. Nun hat die Staatsanwaltschaft Köln ihre Untersuchungen laut "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR drastisch ausgeweitet. Demnach wurde bei mehreren großen internationalen Geldinstituten, darunter auch der Deutschen Bank, gegen zahlreiche neue Verdächtige ermittelt.

Zu den Verdächtigen zählen laut dem Bericht Vize-Vorstandschef Garth Ritchie und mindestens zwei frühere Vorstandsmitglieder, darunter Ex-Bankchef Josef Ackermann. Insgesamt seien allein bei der Deutschen Bank rund 70 heutige und frühere Beschäftigte betroffen.

Ackermann selbst und seine Anwaltskanzlei wollten sich nicht zum dem Bericht äußern. Auch die Deutsche Bank äußerte sich nicht zu Ritchie.

Bei Cum-Ex ließen sich Anleger einmal gezahlte Kapitalertragsteuer mithilfe ihrer Bank mindestens zweimal erstatten. Dadurch sind dem Staat in Deutschland laut Bundesfinanzministerium mehr als fünf Milliarden Euro entgangen. Europaweit summiert sich der Schaden auf mehr als 55 Milliarden Euro, wenn weitere undurchsichtige Steuerkonstruktionen hinzugezählt werden. Mehrere Staatsanwaltschaften ermitteln wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in besonders schweren Fällen oder der Beihilfe hierzu.

Ob die Methode illegal war, ist noch nicht höchstrichterlich geklärt. Erst 2012 änderte die Bundesregierung die Praxis bei der Abführung der Dividendensteuer so, dass der Trick zumindest auf die bisherige Art nicht mehr funktionierte.

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