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28. April 2016, 08:31 Uhr

Erstes Quartal

Deutsche Bank macht überraschend Gewinn

Die Deutsche Bank hat im ersten Quartal schwarze Zahlen geschrieben. Im Vergleich zum Vorjahr brach der Gewinn zwar deutlich ein - Analysten hatten jedoch mit einem viel schlechteren Ergebnis gerechnet.

Für die meisten Analysten kam die Nachricht überraschend: Die Deutsche Bank hat im ersten Quartal einen Gewinn gemacht. Unter dem Strich stehe ein Plus von 236 Millionen Euro, teilte Deutschlands größtes Geldhaus mit.

Damit schnitt die Bank besser ab als erwartet. Analysten hatten jedoch im Durchschnitt mit einem Verlust von 300 Millionen Euro gerechnet. Sie hatten damit gerechnet, dass die Turbulenzen an den Kapitalmärkten das Ergebnis stärken belasten. Erst vor wenigen Wochen hatten Konzernvertreter noch vor einem sehr schlechten ersten Quartal gewarnt. Nun fielen die Zahlen zumindest nicht ganz so miserabel aus.

Das bessere Abschneiden erklärt sich in erster Linie mit gesunkenen Kosten: Vor allem fielen dieses Mal keine nennenswerten neuen Rückstellungen für Rechtsrisiken aus den zahlreichen Skandalen an, die die Bank seit Jahren belasten.

Dennoch ist die Bank immer noch weit von der Normalität entfernt. Traditionell ist das erste Quartal gerade im Investmentbanking das beste des Jahres. Selbst 2015, dem schlechtesten Jahr in der Geschichte der Bank, hatte der Konzern in den ersten drei Monaten noch eine halbe Milliarde Euro Gewinn gemacht. Nun waren es 58 Prozent weniger.

Die Erlöse gingen in allen Sparten - mit Ausnahme der Postbank - zurück. Im Handel (Global Markets) brachen sie um 23 Prozent ein, im Investmentbanking um 15 Prozent. Vorstandschef John Cryan begründete den Rückgang auch damit, dass sich die Bank ganz oder teilweise aus bestimmten Geschäften zurückgezogen habe. Die Aktien der Deutschen Bank stiegen nach Bekanntgabe des Ergebnisses vorbörslich um mehr als vier Prozent.

Cryan ist seit vergangenem Sommer im Amt und hatte 2016 zum Übergangsjahr erklärt. Der Brite will die Deutsche Bank unter anderem mit einem harten Sparprogramm wieder auf Kurs bringen.

Für das Gesamtjahr 2015 hatte das Geldinstitut 6,8 Milliarden Euro Verlust geschrieben - auch wegen hoher Abschreibungen. In diesem Jahr soll es nicht ganz so schlimm werden, wie Cryan am Donnerstag in einer Analystenkonferenz betonte: "Es ist noch unklar, ob wir am Ende einen kleinen Gewinn oder einen Verlust ausweisen."

brk/stk/dpa/Reuters

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