Undurchsichtige Transaktionen Deutsche Bank meldete mehr als 26.000 Mal Verdacht auf Geldwäsche

Wenn es bei verdächtigen Transaktionen um Geldwäsche gehen könnte, müssen Finanzinstitute Alarm schlagen. Die Deutsche Bank tat dies in den vergangenen zwei Jahren nach SPIEGEL-Informationen ziemlich oft.

Zentrale der Deutschen Bank
Boris Roessler/ DPA

Zentrale der Deutschen Bank


Die Deutsche Bank ist in viele Geldwäscheverdachtsfälle verwickelt - jetzt gibt es erstmals exakte Zahlen. Von Juni 2017 bis Ende April 2019 gingen bei der Financial Intelligence Unit (FIU) 26494 Verdachtsmeldungen des Konzerns ein. Das geht nach SPIEGEL-Informationen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken- Bundestagsfraktion hervor. Es dürften 20 Prozent aller Verdachtsmeldungen sein.

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Die FIU sammelt Meldungen über verdächtige Finanztransaktionen, die im Zusammenhang mit Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung stehen könnten, und wertet sie aus. Allerdings kämpft die Behörde des Zollkriminalamts mit gravierenden IT-Problemen, denn: Wie viele Verdachtsmeldungen an die Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet wurden, sei statistisch nicht erfasst, räumt die Regierung ein. Unklar sei zudem, wie häufig Geldwäschehinweise von Dritten gegen die Deutsche Bank eingegangen seien.

Konkrete Zahlen nennt die Regierung zu den Folgen des Betrugs im Handel mit Emissionsrechten. Die Deutsche Bank habe 410 Millionen Euro an Steuerrückzahlungen und Bußgeldern geleistet. Mitarbeiter hatten sich an einem betrügerischen Umsatzsteuerkarussell im Handel mit Verschmutzungsrechten beteiligt.

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