Vorwurf des Umsatzsteuerbetrugs Anklage gegen Mitarbeiter der Deutschen Bank erhoben

Nun ist es offiziell: Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat Anklage gegen acht Deutsche-Bank-Mitarbeiter erhoben. Sie wirft ihnen Steuerbetrug beim Handel mit CO2-Rechten vor. Insgesamt sollen 220 Millionen Euro hinterzogen worden sein.

Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt: Anklage gegen acht Mitarbeiter erhoben
AFP

Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt: Anklage gegen acht Mitarbeiter erhoben


Der Vorwurf lautet auf schwere Steuerhinterziehung: Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat Anklage gegen acht Mitarbeiter der Deutschen Bank erhoben. In einer Mitteilung spricht die Anklagebehörde zwar lediglich von "einer Großbank", der SPIEGEL hatte aber bereits vor drei Wochen über die geplante Anklage gegen Mitarbeiter der Deutschen Bank berichtet. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im SPIEGEL.)

Die Strafverfolger werfen den 33 bis 64 Jahre alten Bankbeschäftigten vor, "sich in der Zeit von September 2009 bis Februar 2010 arbeitsteilig als Mitglieder einer Bande an einem Umsatzsteuerkarussell im Zusammenhang mit dem Handel von CO2-Emissionszertifikaten beteiligt zu haben". Sieben der Beschuldigten seien derzeit noch bei der Bank beschäftigt, einer sei ein früherer Mitarbeiter.

Bei dem sogenannten Umsatzsteuerkarussell wurden Emissionsrechte über Ländergrenzen hinweg im Kreis verschoben. Die Staatsanwaltschaft beziffert die Höhe der dadurch hinterzogenen Umsatzsteuer auf 220 Millionen Euro. Die Beschuldigten sollen sich durch die Geschäfte höhere Boni und Provisionen gesichert haben.

Nach SPIEGEL-Informationen wird noch gegen mehr als ein Dutzend weiterer Deutsche-Bank-Mitarbeiter ermittelt. Es wurden aber auch Ermittlungen gegen drei Angestellte eingestellt, sagte ein Justizsprecher am Donnerstag.

Zudem steht der mutmaßliche Drahtzieher hinter dem Umsatzsteuerkarussell vor der Auslieferung an die deutschen Behörden: Der Brite Mohammad Safdar Gohir war im vergangenen Frühjahr in Las Vegas verhaftet worden, nachdem die Frankfurter Staatsanwaltschaft einen internationalen Haftbefehl ausgestellt hatte. Monatelang hatte er sich gegen die Auslieferung gewehrt. Gohirs Anwälte legten gegen ein Auslieferungsurteil zunächst Einspruch ein, zogen diesen jedoch vor einigen Wochen zurück. Nun teilt die Frankfurter Staatsanwaltschaft mit, die Überstellung stehe unmittelbar bevor.

Die Deutsche Bank teilte mit, ihre Untersuchung des CO2-Sachverhalts dauere an. "Wir kooperieren mit den entsprechenden Behörden."

fdi

insgesamt 26 Beiträge
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Seite 1
sikasuu 13.08.2015
1. 129. StGB Bildung krimineller Vereinigungen. Wäre doch Zeit
den mal auf die DB anzuwenden! (1) Wer eine Vereinigung gründet, deren Zwecke oder deren Tätigkeit darauf gerichtet sind, Straftaten zu begehen, oder wer sich an einer solchen Vereinigung als Mitglied beteiligt,....# Muss man die StA denn zum jagen tragen. Bei der Häufung von Rechtsverletzungen aus der DB scheint das doch auf der Hand zu liegen.... (4) Gehört der Täter zu den Rädelsführern oder Hintermännern oder liegt sonst ein besonders schwerer Fall vor(...); auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren ist zu erkennen.... # . Ohne Ansage und Deckung durch die Rädelsführer lese "Vorstand" ist diese Häufung doch gar nicht möglich! Zur Tarnung vorgeschobene "sogenannte" Bankgeschäfte" hin oder her.... Die DB und auch andere internationale Banken scheinen mehr Verfahren zu generieren als "Al Capone" und CO in den 30ger Jahrenusw
grobian24 13.08.2015
2. Knast?
Wenn auch nur einer dieser "Herren" die die Gemeinschaft um Milliarden betrogen haben nur für 1 Tag ins Gefängnis muss, fresse ich 'nen Besen.
i-mehler 13.08.2015
3. Die Deutsche Bank AG...
...ist immer schon zu ausnahmslos jedem schmutzigen Geschäft bereit gewesen. Mich wundert nur, dass man nicht längst genauer hinsieht. (...und sich so z.B. den gemeinsam mit der Unternehmensberatung Roland Berger begangenen Untaten widmet!)
ackergold 13.08.2015
4.
220 Millionen hinterzogen? Dafür gibt es heute nur noch ein paar Tage Haft mit Freigang. Den Prozess können sie sich sparen. Stattdessen sollten die Banker entlassen werden und für 1000 Euro im Monat 20 Jahre lang Sozialdienst in einem Altenheim für Demenzkranke leisten.
ackergold 13.08.2015
5.
Zitat von sikasuuden mal auf die DB anzuwenden! (1) Wer eine Vereinigung gründet, deren Zwecke oder deren Tätigkeit darauf gerichtet sind, Straftaten zu begehen, oder wer sich an einer solchen Vereinigung als Mitglied beteiligt,....# Muss man die StA denn zum jagen tragen. Bei der Häufung von Rechtsverletzungen aus der DB scheint das doch auf der Hand zu liegen.... (4) Gehört der Täter zu den Rädelsführern oder Hintermännern oder liegt sonst ein besonders schwerer Fall vor(...); auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren ist zu erkennen.... # . Ohne Ansage und Deckung durch die Rädelsführer lese "Vorstand" ist diese Häufung doch gar nicht möglich! Zur Tarnung vorgeschobene "sogenannte" Bankgeschäfte" hin oder her.... Die DB und auch andere internationale Banken scheinen mehr Verfahren zu generieren als "Al Capone" und CO in den 30ger Jahrenusw
Mein Herr, es handelt sich um einen Großspender der Unioni. Die Geburtstage der Vorstandsvorsitzenden werden im Kanzleramt gefeiert auf Kosten des Steuerzahlers. Sie glauben doch nicht wirklich, dass die von irgendwem verknackt werden?
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