"Projekt Jade" Deutsche Bank prüft Aufspaltung

Die Deutsche Bank steht womöglich vor einer strategischen Kehrtwende. Der Konzern überdenkt den Verkauf der Postbank - und spielt sogar eine Aufspaltung des gesamten Unternehmens durch.

Deutsche-Bank-Zentrale
DPA

Deutsche-Bank-Zentrale

Von manager-magazin-Redakteur , Frankfurt


Die Deutsche Bank lotet Chancen für eine erneute strategische Kehrtwende aus. So klopfen Mitarbeiter aus den Bereichen Finance, Risk und Regulation im "Projekt Jade" ab, unter welchen Bedingungen eine Aufspaltung des Konzerns in einen Kapitalmarkt- sowie einen Privat- und Firmenkundenteil möglich wäre.

Auch die Reintegration der Bonner Massenkundentochter Postbank, die eigentlich bis spätestens Ende 2017 verkauft sein soll, steht bei der Deutschen Bank Chart zeigen wieder intern zur Debatte. Das berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe.

2015 hatte Deutschlands größte Bank nach monatelanger Strategiedebatte beschlossen, am Universalbankmodell festzuhalten. Lediglich die Postbank sollte per Verkauf oder Börsengang abgestoßen werden, um Bilanzmasse loszuwerden und die Kapitalquoten des Konzerns zu verbessern. Die seinerzeit diskutierte Aufspaltung der Gesamtbank wurde ad acta gelegt.

Seit Jahresmitte 2016 wirtschaftet die Postbank wieder eigenständig, unter anderem durch die Entflechtung der IT vom Konzern. Ein Käufer oder gar Börsengang zu einem vertretbaren Preis ist allerdings weit und breit nicht in Sicht. Zugleich hat sich der Aktienkurs der Deutschen Bank deutlich verschlechtert; viele Investoren zweifeln an der Geschäftsstrategie des Geldhauses. Neben hausgemachten Problemen kommt das widrige Umfeld hinzu: Die Brexit-Folgen, der Existenzkampf italienischer Banken sowie die immer schärfere Regulierung setzen dem Frankfurter Institut enorm zu.

Die Deutsche Bank wollte die Informationen nicht kommentieren.



insgesamt 53 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
giostamm11 21.07.2016
1. italienische Banken?
was bitte sollen diese mit der schlechten Performance der DB zu tun haben. Dann müsste es allen Banken der Welt schlecht gehen. Der mögliche Default der DB ist hausgemacht
Rubyconacer 21.07.2016
2. Niedergemacht
Wieso die Postbank als eine der größten Banken immer so schlecht geschrieben wird, wissen nur die Autoren. Die Deutsche Bank wird sich schon überlegt haben, wieso sie dieses Kreditinstitut erwerben. Die Allianz mit der Allianz(!) ist aber eher fraglich.
mielforte 21.07.2016
3. Die Deutsche Bank ist wie die Bahn
ein Infrastruktur-Unternehmen. Frau Merkel würde sagen systemrelevant. Wenn die nun aufgespalten wird, heißt das nichts Gutes, glaube ich. Der deutschen Hydra soll der Kopf abgeschlagen werden.
acitapple 21.07.2016
4.
Zitat von mielforteein Infrastruktur-Unternehmen. Frau Merkel würde sagen systemrelevant. Wenn die nun aufgespalten wird, heißt das nichts Gutes, glaube ich. Der deutschen Hydra soll der Kopf abgeschlagen werden.
Warum soll das nicht gut sein ? Ein "systemrelevantes" Institut weniger. Kann nur im Interesse der Gesellschaft sein. Ich würde sofort wieder das Trennbankensystem einführen. Die Konsolidierungen der letzten Jahre bewirken nur Machtkonzentrationen.
1lauto 21.07.2016
5. Zerschlagung wäre besser.
Die Deutsche Bank hat überreizt. Wer möchte kann die Strafen für Finanzbetrügereien zusammenzählen. Viele Milliarden kommen zusammen. Gemeinhin geht man immer von Dunkelziffern im zehnfachen Bereich aus. Die verantwortlichen Manager müssen ihre Boni zurückerstatten, auf die unverschämten Pensionszusagen verzichten und die Eigentümer ihre Einlagen abschreiben.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.