"Projekt Jade" Deutsche Bank prüft Aufspaltung

Die Deutsche Bank steht womöglich vor einer strategischen Kehrtwende. Der Konzern überdenkt den Verkauf der Postbank - und spielt sogar eine Aufspaltung des gesamten Unternehmens durch.
Deutsche-Bank-Zentrale

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Foto: Boris Roessler/ dpa

Die Deutsche Bank lotet Chancen für eine erneute strategische Kehrtwende aus. So klopfen Mitarbeiter aus den Bereichen Finance, Risk und Regulation im "Projekt Jade" ab, unter welchen Bedingungen eine Aufspaltung des Konzerns in einen Kapitalmarkt- sowie einen Privat- und Firmenkundenteil möglich wäre.

Auch die Reintegration der Bonner Massenkundentochter Postbank, die eigentlich bis spätestens Ende 2017 verkauft sein soll, steht bei der Deutschen Bank   wieder intern zur Debatte. Das berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe.

2015 hatte Deutschlands größte Bank nach monatelanger Strategiedebatte beschlossen, am Universalbankmodell festzuhalten. Lediglich die Postbank sollte per Verkauf oder Börsengang abgestoßen werden, um Bilanzmasse loszuwerden und die Kapitalquoten des Konzerns zu verbessern. Die seinerzeit diskutierte Aufspaltung der Gesamtbank wurde ad acta gelegt.

Seit Jahresmitte 2016 wirtschaftet die Postbank wieder eigenständig, unter anderem durch die Entflechtung der IT vom Konzern. Ein Käufer oder gar Börsengang zu einem vertretbaren Preis ist allerdings weit und breit nicht in Sicht. Zugleich hat sich der Aktienkurs der Deutschen Bank deutlich verschlechtert; viele Investoren zweifeln an der Geschäftsstrategie des Geldhauses. Neben hausgemachten Problemen kommt das widrige Umfeld hinzu: Die Brexit-Folgen, der Existenzkampf italienischer Banken sowie die immer schärfere Regulierung setzen dem Frankfurter Institut enorm zu.

Die Deutsche Bank wollte die Informationen nicht kommentieren.

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