Betrugs-Prozess in Italien Sechs Ex-Manager der Deutschen Bank müssen ins Gefängnis

Sie sollen Bilanzen gefälscht und Verluste verschleiert haben: Ex-Manager der Deutschen Bank und anderer Geldinstitute sind in Italien zu teils hohen Haftstrafen verurteilt worden. Alle Angeklagten hatten ihre Unschuld beteuert.

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Simon Dawson / REUTERS

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Ein italienisches Gericht hat mehrere frühere Manager der italienischen Bank Monte dei Paschi di Siena (MPS), der Deutschen Bank und der japanischen Bank Nomura zu Freiheitsstrafen verurteilt. Insgesamt 13 ehemalige Mitarbeiter der drei Institute wurden zu Haftstrafen bis zu siebeneinhalb Jahren verurteilt. Alle Angeklagten hatten ihre Unschuld beteuert.

Bei dem seit fast drei Jahren laufenden Prozess ging es um Vorwürfe unter anderem der Bilanzfälschung sowie der Behinderung der Bankenaufsicht. Hintergrund war die Übernahme der Bank Antonveneta durch MPS im Jahr 2008. MPS, die älteste Bank der Welt, kämpft seit langem mit großen Problemen. Die Deutsche Bank und Nomura sollen mit MPS in den Jahren 2008 bis 2012 gemeinsame Sache gemacht haben, um deren hohe Verluste zu vertuschen.

Verurteilungen für Deutsche Bank hochaktuell

Sechs frühere Manager der Deutschen Bank - darunter einer aus ihrer Londoner Filiale - wurden laut der Nachrichtenagentur Ansa zu Freiheitsstrafen zwischen dreieinhalb Jahren und vier Jahren und acht Monaten verurteilt. "Wir sind von diesem Urteil enttäuscht und werden die Begründung prüfen, sobald diese vorliegt", teilte die Deutsche Bank mit.

Der ehemalige Deutsche-Bank-Topmanager Michele Faissola wurde zu vier Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Auch wenn der Italiener nicht mehr direkt für die Deutsche Bank arbeitet, ist seine Verurteilung für das Geldhaus hochrelevant: Faissola berät immer wieder den Großaktionär Katar in dessen Verhältnis zu Aufsichtsrat und Vorstand der Deutschen Bank. Zudem war Stefan Simon, derzeit als Vorstand unter anderem für die Beziehungen zu den Regulierungsbehörden verantwortlich, in der Vergangenheit zwischenzeitlich der anwaltliche Berater Faissolas.

Banken zu Geldstrafen verurteilt

Der frühere MPS-Präsident Giuseppe Mussari erhielt laut Nachrichtenagentur Ansa siebeneinhalb Jahre Haft, Ex-Generaldirektor Antonio Vigni sieben Jahre und drei Monate, Ex-Finanzchef Gian Luca Baldassarri vier Jahre und acht Monate und Ex-Finanzdirektor Daniele Pirondini fünf Jahre und drei Monate. Zwei frühere Nomura-Manager erhielten Urteile von drei Jahren und fünf Monaten beziehungsweise vier Jahren und acht Monaten. Gegen die Urteile ist Berufung möglich.

Die Deutsche Bank AG, ihre Londoner Filiale und Nomura müssen außerdem Geldstrafen zwischen 3,0 und 3,4 Millionen Euro zahlen. Darüber hinaus werden Vermögenswerte in Höhe von 88 Millionen Euro bei Namura und 64 Millionen Euro bei der Deutschen Bank beschlagnahmt.

Die Staatsanwaltschaft hatte gefordert, 441 Millionen Euro bei der Deutschen Bank und 445 Millionen bei Nomura zu beschlagnahmen. Monte Paschi hatte sich schon 2016 mit dem Gericht geeinigt.

kko/mmo/dpa/Reuters



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