Klage in New York Deutsche Bank soll Silberpreis manipuliert haben

Erst Libor, dann der Goldpreis, nun Silber: Gemeinsam mit anderen Geldinstituten soll die Deutsche Bank den Preis des Edelmetalls zu ihren Gunsten beeinflusst haben.
Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt: Manipulationsvorwürfe bei Silberpreis-Fixing

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt: Manipulationsvorwürfe bei Silberpreis-Fixing

Foto: Frank Rumpenhorst/ dpa

New York - Mehrere Geldinstitute, darunter die Deutsche Bank  , werden in den USA wegen angeblicher Manipulation des Silberpreises verklagt. Auch die britische HSBC   und die kanadische Bank of Nova Scotia sehen sich mit dem Vorwurf konfrontiert, über Jahre hinweg das Silber-Fixing beeinflusst zu haben.

Die Klage reichte am Freitag ein Bewohner von Washington DC bei einem New Yorker Bezirksgericht ein. Er strebt die Zulassung als Sammelklage an.

Beim Silber-Fixing legen die drei beteiligten Banken in einer Telefonkonferenz den Preis für das Edelmetall fest, angeblich auf Basis von Kundenorders. Laut dem Kläger sollen die Geldhäuser ihre Kontrolle über den Prozess aber ausgenutzt haben, um einen für sie selbst vorteilhaften Preis festzulegen. Der Prozess und die Vorwürfe ähneln denen aus dem Libor-Skandal, wo für das Finanzsystem zentrale Zinssätze manipuliert wurden.

"Geheimhaltung lädt zu Manipulation ein"

"Die extreme Geheimhaltung schafft eine Umgebung, die zu Manipulation einlädt", heißt es in der aktuellen Anklageschrift. Es gebe starke finanzielle Anreize für die angeklagten Banken, Kauf- und Verkaufsgebote abzugeben, bevor der neue Silberpreis veröffentlicht werde.

Die Deutsche Bank und HSBC lehnten eine Stellungnahme ab. Eine Sprecherin von Nova Scotia kündigte gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg an, das kanadische Geldinstitut werde sich "energisch gegen die Vorwürfe verteidigen".

Auch wegen mutmaßlicher Manipulationen des täglich festgesetzten Goldpreises wurden bereits Klagen eingereicht. Die in diesen Fällen betroffenen Banken wiesen die Vorwürfe zurück.

Dessen ungeachtet hat sich die Deutsche Bank aus ähnlichen Gremien zur Festlegung von Edelmetallpreisen in den vergangenen Monaten häufiger zurückgezogen: Im Mai kündigte sie ihr Ausscheiden aus dem Gold- und Silber-Fixing an der Börse in London an.

ade/Reuters
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