Geldbuße von Börsenaufsicht Deutsche Bank stellte Tochter von russischem Vizeminister ein

Die US-Börsenaufsicht SEC hat eine Geldbuße in Höhe von 16 Millionen Dollar gegen die Deutsche Bank verhängt. Grund ist die zweifelhafte Einstellungspraxis des Unternehmens in Russland und China.

Zentrale der Deutschen Bank in Moskau
REUTERS

Zentrale der Deutschen Bank in Moskau


Diese Einstellungen bei der Deutschen Bank wirken so, als sei dafür nicht die Personalabteilung verantwortlich gewesen - sondern eher auf Betreuung von Großkunden spezialisierte Stellen: Das Unternehmen hat offenbar Sprösslinge wichtiger Nomenklatura-Funktionäre in Russland und China mit lukrativen Jobs versorgt - in der Hoffnung, dafür bei Milliardenaufträgen in den Ländern zum Zug zu kommen. Das Unternehmen hat sich deshalb mit der US-Börsenaufsicht SEC auf die Zahlung eines Bußgelds in Höhe von 16 Millionen Dollar geeinigt.

Die SEC hat insgesamt fünf Beispiele für diese Praxis aus den Jahren 2006 bis 2014 dokumentiert. In einem Fall profitierte davon offenbar die Tochter eines Mannes, der damals in Moskau stellvertretender Finanzminister war. Die SEC zitiert sogar einen mit der Angelegenheit befassten Banker mit den Worten, es sei wichtig, der Tochter einen Job in der Londoner Niederlassung zu verschaffen. Darüber hinaus sei der zuständige Bankmitarbeiter mit dem Funktionär zusammen auf einen Jagd- und Angelausflug aufgebrochen. In der Folge bekam die Deutsche Bank offenbar den Zuschlag für eine Ausgabe russischer Staatsanleihen im Umfang von zwei Milliarden Dollar.

Ähnlich gelagert ist der Fall einer jungen Chinesin. Ihre fachlichen Qualifikation hätten zwar nicht für einen Job bei der Deutschen Bank gereicht - ihr Vater allerdings fungierte als Chef einer von der Bank umworbenen Staatsfirma. Die Tochter wurde deshalb zunächst bei einem Joint Venture des deutschen Geldhauses mit chinesischen Partnern untergebracht. Später setzten sich Mitarbeiter dafür ein, sie ins Hongkonger Büro der Deutschen Bank versetzen zu lassen.

Laut SEC verstößt diese Art der Kundenpflege gegen den Foreign Corrupt Practices Act. Allerdings steht nicht nur die Deutsche Bank mit dem US-Bundesgesetz auf Kriegsfuß: Laut "Financial Times" einigte sich die US-Großbank JPMorgan Chase 2016 wegen ähnlicher Fälle mit der SEC und dem US-Justizministerium auf die Zahlung von 264 Millionen Dollar, im Falle der Crédit Suisse waren es 47 Millionen Dollar.

beb



insgesamt 27 Beiträge
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sfgr 26.08.2019
1. Durch und durch korrupt
So kennt man diese Bank. Ohne jegliches moralische Gewissen, ohne jegliche Hemmung, ohne Selbstkontrolle. Korrupt bis ins Mark. Das ist die Philosophie der Deutschen Bank. Die paar lächerlichen Strafzahlungen: Peanuts. Geradezu eine Einladung, diesen Schmutz so weiterzuführen. Ich hoffe auf den Untergang dieser Einrichtung.
Wigritz 26.08.2019
2. Dazu sollte man wissen,
dass die FED ein Zusammenschluss der US-amerikanischen Grossbanken ist. Also im klassischen Sinne keine Zentralbank, sondern so was wie die WestLB als Zentralinstitut der Volksbanken. Mit diesen Methoden (Strafzahlungen für auf dem US-Markt tätigen Instituten, die in den Statuten festgehalten sind, ohne dass die jemals einer zu Lesen bekommt) halten die sich die internationale Konkurrenz mit beliebigen Tricks von Hals. Geht die doch einen feuchten Kehricht an, wer wo welche Leute einstellt. Wie es mich einen feuchten Kehricht angeht, dass die meisten Einstellungen in lukrative Positionen bei US-Grossbanken aufgrund von Religionszugehörigkeit erfolgt.
omop 26.08.2019
3. Ausdruck des US-amerkanischen Hegemoniestrebens..
Mehr als anmaßend warum sich die USA für die Einstellungspraxis nichtamerikanischer Unternehmen interessiert. Die eigene Einstellungspraxis sieht natürlich ganz anders aus...ein Schelm wer böses dabei denkt.
ach 26.08.2019
4.
Und gegen welche Regeln hat die Bank nun damit verstoßen?
svensationell 26.08.2019
5. Naja
wenn Firmen mit solchen Einstellungs-Praktiken Milliardengewinne einstreichen, aber nur Millionenstrafen zahlen müssen, geht der Abschreckungseffekt dieser Strafen in etwa gegen Null
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