Trotz Personalabbaus Deutsche Bank stockt Boni offenbar um 20 Prozent auf

Die Deutsche Bank steigert laut »Handelsblatt« ihre Bonizahlungen auf 1,8 Milliarden Euro – und baut gleichzeitig Personal ab. Unterm Strich wird also mehr Geld auf weniger Leute verteilt.
Zentrale der Deutschen Bank

Zentrale der Deutschen Bank

Foto: Arne Dedert/ picture alliance/dpa

Die Deutsche Bank will in diesem Jahr offenbar ihre Boni deutlich aufstocken. Die Bank peile einen Bonustopf im Umfang von 1,8 Milliarden Euro an, berichtet das »Handelsblatt« unter Berufung auf zwei mit dem Sachverhalt vertraute Personen. Für 2019 hatte das Geldhaus 1,5 Milliarden Euro ausgezahlt. Das entspricht einer Steigerung von 20 Prozent – in etwa so viel wie bei US-Investmentbanken.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte die von ihr beaufsichtigten Institute zur Zurückhaltung bei Dividenden und Boni aufgefordert. Sie sollten die Gewinne lieber sparen, um besser für die Folgen der Coronakrise gewappnet zu sein. 

Ein Sprecher des Instituts wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

Die Deutsche Bank hatte bereits zuvor angekündigt, dass die Boni für 2020 steigen sollen, vor allem für Anleihehändler. Dieser Teilbereich des Investmentbankings profitiert enorm von der Unsicherheit an den Kapitalmärkten. 

Bislang war der Markt allerdings davon ausgegangen, dass die Gesamtsumme wie 2019 bei etwa 1,5 Milliarden Euro liegt – wegen des Personalabbaus für jeden aber im Schnitt mehr abfällt. Nun bleibt es beim Personalabbau, und es wird mehr Geld auf weniger Leute verteilt.

Hinzu kommt: Die Deutsche Bank bucht teils Kosten wie die sogenannte Bankenabgabe oder Altlasten in ihre Bad Bank. Da sie dort nicht verbucht werden, steigt der Gewinn der Schlüsselsparte des Konzerns, in dem die meisten Empfänger von Boni sitzen.

ssu/baz/Reuters
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