Mögliche Fusion von Deutscher und Commerzbank "Es wäre ein Blutbad"

Sollten die beiden größten deutschen Geldhäuser fusionieren, könnten nach Einschätzung von Analysten bis zu 20.000 Arbeitsplätze wegfallen.
Logos von Deutsche Bank und Commerzbank

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Foto: Reuters, DPA

Bei einer möglichen Fusion der beiden größten deutschen Geldhäuser müsste Analysten zufolge damit gerechnet werden, dass 20.000 Arbeitsplätze wegfallen. "Das wäre ein Blutbad", sagte ein Aufseher laut "Financial Times"  ("FT").

Die europäischen Bankenaufsichtsbehörden hätten zudem Bedenken, ob eine mögliche Übernahme der Commerzbank durch die Deutsche Bank überhaupt erfolgreich sein könne, hieß es in dem Bericht weiter.

Verschiedene Vertreter der Behörden hätten Bedenken geäußert, der Deutschen Bank könnte es an der nötigen "Brutalität" mangeln, um den Deal erfolgreich abzuschließen.

Am Wochenende waren die informellen Gespräche zwischen der Deutschen Bank und Commerzbank zu einer möglichen Fusion offiziell bestätigt worden. Sollten die laufenden Gespräche am Ende tatsächlich zu einer Fusion von Deutsche Bank und Commerzbank führen, bräuchte es noch die Zustimmung der Europäischen Zentralbank (EZB), Bundesbank und Bafin.

Intern bereiten sich die Behörden wohl auf regelmäßige Besprechungen mit der Geschäftsführung der Banken vor, um die mögliche Fusion genau zu überwachen. Die Aufseher sagten der "Financial Times", das Prozedere würde der Manndeckung bei einem Fußballspiel gleichen.

Die Behörden würden nach eigenen Aussagen die Fusion nur dann genehmigen, wenn es "glaubwürdige und tragfähige" Umsetzungspläne gebe. Die "FT" stützt sich auf anonyme Quellen, eine Stellungnahme seitens EZB, Bundesbank oder Bafin gibt es bislang nicht.

Gespräche im extrem kleinen Kreis

Olaf Scholz hatte am Montag ebenfalls bestätigt, dass es "Beratungen" über eine Fusion gebe. Seit Monaten schon werben er sowie Finanzstaatssekretär Jörg Kukies, Ex-Deutschlandchef von Goldman Sachs, für stärkere deutsche Banken. Nach Angaben der "Welt am Sonntag" sollen Scholz und Kukies die Bankchefs Christian Sewing und Martin Zielke zu den Gesprächen gedrängt haben.

Die Bundesregierung ist seit der Finanzkrise mit gut 15 Prozent größter Einzelaktionär bei der Commerzbank und stehe "wirtschaftlich sinnvollen Optionen offen gegenüber".

Gesprochen wird Insidern zufolge im extrem kleinen Kreis. Oft seien es Sewing und Zielke allein, die über Chancen und Risiken eines Zusammenschlusses brüten. Sewing sei nicht dagegen, hätte sich aber gewünscht, erst beweisen zu können, dass die Integration der Postbank gelingen kann, hieß es am Montag aus der Deutschen Bank.

Sewing ist seit April 2018 Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank. Ob am Ende der jetzt begonnenen Gespräche dann auch offizielle Verhandlungen stehen, ist gegenwärtig völlig offen. Ein offizielles Mandat des Aufsichtsrats gibt es bislang nicht. Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner gilt als Befürworter einer nationalen Lösung.

ssu/dpa/Reuters
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