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18. März 2019, 07:25 Uhr

Deutsche Bank und Commerzbank

Monopolkommission warnt vor Systemrisiko bei Fusion

Wettbewerbsrechtlich dürfte eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank wenig kritisch sein, sagt der Chef der Monopolkommission. Doch Skepsis an den Plänen bleibt - auch aus Verbrauchersicht.

Der Chef der Monopolkommission, Achim Wambach, sieht bei einer möglichen Fusion der Deutschen Bank und der Commerzbank kaum Wettbewerbsprobleme - aber ein Systemrisiko. "Einiges deutet darauf hin, dass die Kartellbehörden den Zusammenschluss, gegebenenfalls unter Auflagen, freigeben würden", sagte Wambach, dessen Kommission die Bundesregierung berät, der "Rheinischen Post".

Beide Banken hatten am Sonntag bekannt gegeben, über einen möglichen Zusammenschluss verhandeln zu wollen. Bundesfinanzminister Olaf Scholz und sein Staatssekretär, der ehemalige Goldman-Sachs-Deutschlandchef Jörg Kukies, werben seit Monaten für starke deutsche Banken. In den vergangenen Wochen hatte es wiederholt Berichte gegeben, die SPD-Politiker Scholz und Kukies hätten Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing und Commerzbank-Chef Martin Zielke gedrängt, ein Zusammengehen zu prüfen - idealerweise vor der Europawahl Ende Mai.

Aus wettbewerbsrechtlicher Sicht, so Wambach in der "Rheinischen Post", dürfte einer Fusion jedenfalls nur wenig im Wege stehen. "Die Geschäftsfelder der beiden Banken überschneiden sich entweder nur gering oder sind wenigstens spürbarem Wettbewerb ausgesetzt - auch noch nach einer möglichen Fusion", wird er zitiert. Er fürchtet eher, dass die neue Bank wegen ihrer Größe zu einem Systemrisiko werden könnte. "Durch den Zusammenschluss entsteht möglicherweise eine neue Bedrohung für die Finanzwelt, nämlich durch einen Anstieg des Systemrisikos." Die Finanzkrise habe deutlich gemacht, dass große Banken nicht ohne Weiteres abgewickelt werden könnten und gegebenenfalls vom Staat gerettet werden müssten.

Zehntausende Arbeitsplätze könnten bedroht sein

Die Gewerkschaft Ver.di warnt aus anderen Gründen vor einer Fusion. Im schlimmsten Fall sei mit dem Abbau von 30.000 Jobs zu rechnen, schätzt die Gewerkschaft. Die Aktionärsvereinigung DSW prognostiziert sogar bis zu 50.000 Stellenstreichungen. Ende 2018 hatten die beiden Institute zusammen gut 133.000 Vollzeitkräfte beschäftigt.

Ver.di-Chef Frank Bsirske "leuchtet die Sinnfälligkeit dieser Fusion im Moment überhaupt nicht" ein, wie er der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" sagte. "Bank und Commerzbank ergänzen sich nicht sinnvoll." Sinnvoller wäre aus Sicht Bsirskes, der auch dem Aufsichtsrat der Deutschen Bank angehört, "ein Crossover in internationaler Richtung".

Auch Deutschlands oberster Verbraucherschützer, Klaus Müller, warnte vor den Folgen einer Fusion. "Steigende Preise und weniger Angebotsvielfalt können nicht der Kollateralschaden eines Banken-Champions sein", sagte der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv) der "Rheinischen Post".

An der Börse ist die Deutsche Bank - immerhin Deutschlands größtes Geldhaus - aktuell gerade noch gut 16 Milliarden Euro wert, die Commerzbank rund neun Milliarden Euro. In der Weltspitze spielen die beiden größten börsennotierten deutschen Banken damit nicht mehr mit.

Um eine Fusion mit der Rivalin zu finanzieren, bräuchte die Deutsche Bank voraussichtlich eine Milliardensumme. Um diese zusammenzubekommen, könnte sie sich Insidern zufolge komplett von ihrer Fondstochter DWS trennen.

apr/dpa

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