Milliardengewinn Deutsche Bank verbucht in der Pandemie bestes Ergebnis seit zehn Jahren

Nach vielen früheren Verlustjahren profitiert die Deutsche Bank vom Investmentbanking. Sie hat 2021 gut viermal so viel Gewinn gemacht wie im ersten Jahr der Coronapandemie.
Verlustzeiten ausgestanden: Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing

Verlustzeiten ausgestanden: Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing

Foto: RALPH ORLOWSKI/ REUTERS

Die Deutsche Bank hat 2021 einen Milliardengewinn erzielt und das beste Ergebnis seit zehn Jahren eingefahren. Der Vorsteuergewinn kletterte binnen Jahresfrist von gut einer Milliarde Euro auf rund 3,4 Milliarden Euro, wie Deutschlands größtes Geldhaus mitteilte. Nach Steuern standen 2,5 Milliarden Euro in der Bilanz – mehr als vier Mal so viel wie im ersten Jahr der Pandemie und mehr als von Analysten im Schnitt erwartet.

Nach Abzug von Zinszahlungen an die Inhaber eigenkapitalähnlicher Anleihen verbleiben unter dem Strich gut 1,9 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr 2020 hatte die Deutsche Bank nach fünf Verlustjahren in Folge mit 113 Millionen Euro erstmals unter dem Strich wieder Gewinn gemacht.

»Alle vier Geschäftsbereiche entwickeln sich wie geplant oder sogar besser, und beim Abbau von Altbeständen sind wir schneller vorangekommen als erwartet«, bilanzierte Konzernchef Christian Sewing. Die erwarteten Kosten des 2019 angestoßenen Konzernumbaus seien fast vollständig verdaut. Die Bank profitierte 2021 auch davon, dass sie deutlich weniger Geld für mögliche Kreditausfälle zurücklegen musste als im ersten Jahr der Coronapandemie.

Investmentbanking läuft

Größter Gewinnbringer war erneut das Investmentbanking, in dem der Dax-Konzern zum Beispiel mit dem Handel von Anleihen und Währungen Geld verdient. Insgesamt nahmen in der Investmentbank die Einnahmen 2021 um vier Prozent zu.

Die Aktionäre sollen nach zwei Nullrunden für das Geschäftsjahr 2021 wieder eine Dividende von 20 Cent je Anteilsschein bekommen, wie die Bank bereits am Mittwochabend mitgeteilt hatte.

Sewing hatte im Finanzkonzern Mitte 2019 eine umfassende Neuaufstellung eingeleitet. Im Zuge dieses Prozesses wurden ganze Abteilungen geschlossen, riskante Teile des Investmentbankings abgestoßen und harte Sparschritte eingeleitet. Weltweit sollen im Rahmen des Umbaus rund 18.000 Arbeitsplätze wegfallen. Die umbaubedingten Kosten lagen 2021 bei 1,5 Milliarden Euro, ein Plus von 21 Prozent zum Vorjahr.

In einem Brief an die Mitarbeiter verwies Sewing auf das wachsende Kundeninteresse an nachhaltigen Finanzierungen und Anlagen. Bis zum Jahresende habe die Bank 157 Milliarden Euro an solchen ESG-Produkten ermöglicht. »Damit werden wir unser Ziel von mindestens 200 Milliarden Euro voraussichtlich schon 2022 und nicht erst Ende 2023 erreichen können«, schrieb er.

kig/dpa-AFX/Reuters
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