Russland Geldwäsche-Verdacht über sechs Milliarden Dollar bei Deutscher Bank

Die mögliche Geldwäsche mithilfe der Deutschen Bank in Russland könnte weitaus größer sein als bisher bekannt. Laut Bloomberg geht es um sechs Milliarden Dollar aus zweifelhafter Herkunft.

Deutsche-Bank-Filiale in Russland: Geldwäsche-Hilfe in Milliardenhöhe?
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Deutsche-Bank-Filiale in Russland: Geldwäsche-Hilfe in Milliardenhöhe?


Russische Kunden der Deutschen Bank haben nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg mithilfe des Instituts möglicherweise rund sechs Milliarden Dollar gewaschen. Die Bank gehe dem Verdacht in einer internen Untersuchung nach, berichtete die Agentur unter Berufung auf Insider.

Bereits am 20. Mai hatte manager magazin online über den Verdacht berichtet: Mitarbeiter der Bank in Moskau haben demnach für Kunden Gelder aus zweifelhaften Quellen gewaschen. Damals sprachen Insider jedoch noch von einer vergleichsweise niedrigen Summe, die in Euro gerechnet mindestens eine dreistellige Million erreiche. Nun geht es also um ein Vielfaches dieser Untergrenze.

Als Reaktion auf den Bericht von manager magazin online hatte die Deutsche Bank noch am gleichen Tag eingeräumt, eine Gruppe von Händlern in Moskau beurlaubt zu haben, bis die Untersuchung abgeschlossen sei. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin bestätigte damals, von dem Fall zu wissen.

Laut Bloomberg überprüft die Deutsche Bank derzeit Daten, die von 2011 bis Anfang 2015 reichten. Die dubiosen russischen Kunden hätten über die Deutsche Bank Papiere in Rubel gekauft, die ihnen das Institut in London in Dollar wieder abkaufte, hieß es in den Berichten. Laut Bloomberg handelte es sich um Aktien, manager magazin online berichtete hingegen von Derivaten.

Nun geht es offenbar darum, ob das Geld auf diese Weise überhaupt außerhalb der russischen Grenzen gebracht hätte werden dürfen und ob die Bank die Aufseher nicht früher darüber hätte informieren müssen. Die Untersuchung sei noch nicht beendet, möglicherweise gehe es auch um noch höhere Summen, berichtete Bloomberg. Zu den suspendierten Deutsche-Bank-Mitarbeitern gehöre auch der Leiter des Aktiengeschäfts in Russland.

"Wir haben uns verpflichtet, höchste Standards zur Bekämpfung von verdächtigen Aktivitäten einzuhalten und ergreifen harte Maßnahmen, wenn wir Hinweise auf Fehlverhalten finden", teilte eine Sprecherin der Bank an diesem Freitag mit. Erneut verwies die Bank auf die Freistellung der Moskauer Händler. Laut Insidern aus der Finanzbranche sind zudem die russische Notenbank und die Aufsichtsbehörden Großbritannien über den Fall informiert.

Die Aktie der Deutschen Bank Chart zeigen rutschte nach der Bloomberg-Meldung am Nachmittag um bis zu 2,4 Prozent im Minus, stabilisierte sich später aber bei einem Kursverlust von rund 1,6 Prozent.

fdi/Reuters

insgesamt 17 Beiträge
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franz-burbach 05.06.2015
1. Die Bank die Leiden schafft
Hört man in der letzten Zeit von der Deutschen Bank eigentlich noch mal was Gutes? Die Bank sollte Ihren Werbe-Slogan "Die Bank aus Leidenschaft" ändern in: "Die Bank die Leiden schafft"
wolleh 05.06.2015
2. Sprachlos
Wenn man das liest, ist man sprachlos. Das Aushängeschild Deitschlands eine Geldwäscheanstalt. Schwarzgeld stinkt nicht. Das sind die Folgen der neoliberalen Gesetzgebung und einer falschen Wirtschaftspolitik, in den 80iger Jahren initiiert von der FDP. Es wird Zeit, dass diese Machenschaften beendet werden. Wir brauchen Korrekturen.
Bueckstueck 05.06.2015
3. Demut ist angesagt
Viele Deutsche zeigen ja gerne mit allen zur Verfügung stehenden Fingern auf ausländische Banken (und ganz besonders auf schweizer Banken weil sie sich von denen persönlich betrogen fühlen, obwohl es primär die Heerscharen von eigenen Landsleute sind, die Steuern hinterziehen..) - dabei haben sie allen Grund auf das deutsche "Vorzeigegeldinstitut" zu zeigen. Denn die Deutsche Bank ist rund um den Globus in alle möglichen kriminellen Machenschaften verstrickt. Aber weil die DB es nicht zu Hause tut, ist es ja nicht so schlimm...?
bartsuisse 05.06.2015
4. so so . bereits der dritte Skandal dieses Jahr
nunmehr gehdn die Geldflüsse über Deutschland. Es macht ja nicht extra Gesetze dafür aber auch NICHTS dagegen. Es wird langsam höchst peinlich. Wenn ich bei jedem Schweizthema die deutschen Moralappostel lese die sich aufspielen und dann das...Erst die Commerzbank dann zweimal die Deutsche Bank. Nunmehr die 8. Steueroase der Welt mit sehr viel Dreck am Stecken. Korrupt bis zum geht nicht mehr aber fingerzeigend gegen alle. Deutschland war auch schon mal ein bessees Land. Heute so verdorben wie andere. Passt euch also an und macht ein Reset beim Moralisieren anderer
raber 05.06.2015
5. Nochmals Deutsche Bank. Und ihre Manager unbeheligt
Wahrscheinlich wird es wieder so ausgehen, dass die Deutsche Bank als Institut bluten muss und die Verantwortlichen mit ihren Boni und Kickbacks davonkommen. Die deutsche Politik will auf keinen Fall Banker verhaften lassen. Warum? Unerklärlich. Es sei denn, die Banker geben ihnen grosszügige Kredite und andere interessante Versprechungen.
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