Holpriger Chefwechsel Deutsche Bank verschiebt Treffen von Top-Managern

Der Führungswechsel bei der Deutschen Bank verläuft holpriger als geplant. Das Institut hat ein Treffen wichtiger Führungskräfte verschoben. Dieses mache erst Sinn, wenn das neue Tandem aus Anshu Jain und Jürgen Fitschen im Sattel sitze, hieß es.

Türme der Deutschen Bank in Frankfurt am Main: Treffen verschoben
dapd

Türme der Deutschen Bank in Frankfurt am Main: Treffen verschoben


Frankfurt am Main - Auf einem Treffen für Führungskräfte wollten die Spitzenmanager der Deutschen Bank die künftige Strategie für das Institut erläutern. Doch nun wurde die Veranstaltung vertagt. Die Konferenz sei auf einen späteren Zeitpunkt verschoben worden, bestätigte ein Sprecher der Bank einen Bericht von "Handelsblatt online".

Demnach teilte der scheidende Vorstandschef Josef Ackermann in einem internen Brief mit, dass das mit Spannung erwartete Treffen der rund 200 Führungskräfte vom 11. April auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wird. Dass die Topmanager sich noch gedulden müssen, bis sie Details zur neuen Strategie des Instituts erfahren, hängt offenbar mit dem Chefwechsel bei Deutschlands größter Bank zusammen.

Aus Finanzkreisen hieß es, die Konferenz bringe den Teilnehmern und der Bank den größtmöglichen Nutzen, wenn sie erst stattfinde, nachdem das neue Führungsteam seine Funktionen übernommen habe. Dann seien Jain und Fitschen in der Lage, die künftige Strategie und Struktur der Bank detailliert zu diskutieren.

Die designierten Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen sollen am 1. Juni offiziell die Führung der Bank übernehmen, mit der Hauptversammlung Ende Mai wird Ackermann abtreten. Auch Risikovorstand Hugo Bänziger und Personalchef Hermann-Josef Lamberti werden die Bank verlassen.

Kürzlich war bekanntgeworden, dass Jain und Fitschen den erweiterten Vorstand (GEC) der Bank radikal umbauen. Vor allem Investmentbanker aus dem Umfeld von Jain kommen in Top-Positionen. Allerdings mussten Jain und Fitschen bei ihren Plänen eine Schlappe hinnehmen. Auf Drängen der Finanzaufsicht BaFin tauschten sie einen ihrer Wunschkandidaten aus.

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Der erweiterte Vorstand in neuer Besetzung wird am 1. Juni seine Arbeit aufnehmen. "Das GEC braucht anschließend Zeit zur Einarbeitung, bevor es in der Lage ist, die Führungskräfte im Detail über die Strategie zu informieren", sagte ein Insider zur Verschiebung des Treffens. Das habe auch Ackermann in dem Brief klar gemacht. Das Treffen sollte im Schweizer Nobelort Montreux am Genfer See stattfinden.

mmq/Reuters

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