150 Millionen Dollar Geldstrafe Deutsche Bank wegen Geschäften mit Epstein verurteilt

Bei der Aufsicht versagt, obwohl sie die "furchtbare kriminelle Geschichte" des Sexualverbrechers Epstein gekannt habe - diesen Vorwurf macht eine US-Richterin der Deutschen Bank. Die gibt sich reumütig.
Das Logo der Deutschen Bank an der New Yorker Börse: "Es war ein Fehler, Jeffrey Epstein 2013 als Kunden anzunehmen", erklärte das Finanzinstitut.

Das Logo der Deutschen Bank an der New Yorker Börse: "Es war ein Fehler, Jeffrey Epstein 2013 als Kunden anzunehmen", erklärte das Finanzinstitut.

Foto: Richard Drew/ DPA

Die Deutsche Bank ist in den USA unter anderem wegen ihres Umgangs mit dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zu einer Geldstrafe von 150 Millionen Dollar verdonnert worden. Das Finanzinstitut habe es versäumt, "verdächtige Transaktionen" ihres Kunden im Umfang von "Millionen von Dollar" zu bemerken und zu verhindern, erklärte die Finanzaufsicht des US-Bundesstaates New York (DFS). Dabei hätte die Bank im Umgang mit dem als Sexualstraftäter registrierten Epstein besondere Vorsicht walten lassen müssen.

Banken seien die "erste Verteidigungslinie", wenn es darum gehe, Verbrechen über das Finanzsystem zu verhindern, erklärte DFS-Chefin Linda Lacewell. Die Finanzinstitute müssten die Kontrolle über die Aktivitäten ihrer Kunden an das Risiko anpassen, das von ihnen ausgehe. Die Deutsche Bank habe zwar Epsteins "furchtbare kriminelle Geschichte" gekannt, bei der Aufsicht aber versagt, erklärte Lacewell.

Die Finanzaufsicht führt unter anderem Zahlungen an Einzelpersonen auf, denen eine Mitschuld am Missbrauch junger Frauen gegeben worden sei, Zahlungen an russische Models und an "zahlreiche Frauen mit osteuropäischen Nachnamen" sowie "regelmäßige verdächtige Bargeldabhebungen" im Umfang von mehr als 800.000 Dollar über einen Zeitraum von vier Jahren.

Die Deutsche Bank räumte Fehler ein und stimmte der Strafe von 150 Millionen Dollar (rund 133 Millionen Euro) zu. "Es war ein Fehler, Jeffrey Epstein 2013 als Kunden anzunehmen", erklärte das Finanzinstitut. "Wir erkennen zudem die festgestellten Schwächen in unseren Prozessen an und haben aus unseren Fehlern gelernt."

Weitere Vorwürfe wegen Geldwäsche

Die Finanzaufsicht wirft der Deutschen Bank auch Fehlverhalten im Umgang mit zwei anderen Banken vor, der Danske Bank Estonia und der FBME Bank. Dabei geht es nicht um den Fall Epstein, sondern um Vorwürfe der Geldwäsche gegen die beiden ausländischen Banken.

Die Deutsche Bank räumte auch dazu Mängel in ihrer Aufsicht und Überwachung der Banken ein, betonte aber: "Mitarbeiter der Bank haben nicht vorsätzlich ungesetzliche Aktivitäten erleichtert. Wir haben fast 1 Milliarde Dollar in die Verbesserung unserer Ausbildung, Kontrollen und operativen Prozesse investiert und unsere Abteilung für die Bekämpfung der Finanzkriminalität auf mehr als 1.500 Personen aufgestockt".

Epstein bereits seit 2008 als Sexualverbrecher geführt

Epstein soll jahrelang minderjährige Mädchen und junge Frauen sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Der bestens vernetzte Investmentbanker wurde bereits 2008 wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger zu 13 Monaten Gefängnis verurteilt und seitdem als Sexualverbrecher geführt.

Der Multimillionär wurde erneut im Juli 2019 festgenommen und im folgenden Monat tot in seiner Gefängniszelle in Manhattan gefunden. Nach Angaben des US-Justizministeriums nahm der 66-Jährige sich das Leben.

Die Ermittlungen gingen auch nach Epsteins Tod weiter - und erlebten vergangene Woche mit der Festnahme von Epsteins Ex-Freundin und langjähriger Vertrauter Ghislaine Maxwell eine spektakuläre Entwicklung. Die Bundesanwaltschaft von Manhattan wirft der 58-Jährigen vor, minderjährige Mädchen für Epstein rekrutiert zu haben.

caw/AFP/Reuters
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