Neue Strategie Deutsche Bank will Postbank-Kleinaktionäre rausdrängen

Die Deutsche Bank will sich von der Postbank trennen - und zunächst deren Kleinaktionäre loswerden. Sie sollen eine Zwangsabfindung erhalten.

Protest von Postbank-Mitarbeitern vor Deutscher Bank: Trennung beschlossen
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Protest von Postbank-Mitarbeitern vor Deutscher Bank: Trennung beschlossen


Kleinanleger der Postbank Chart zeigen müssen sich auf einen sogenannten Squeeze Out gefasst machen. Denn der Hauptaktionär, die Deutsche Bank Chart zeigen, will die Postbank zunächst von der Börse nehmen und die noch verbliebenen anderen Anteilseigner mit einer Zwangsabfindung hinausdrängen. Eine entsprechende Entscheidung darüber solle bei der Hauptversammlung der Postbank im August getroffen werden, teilte die Konzernmutter Deutsche Bank mit.

Indem sie die Postbank zunächst von der Börse nimmt, hält sich die Deutsche Bank den Verkauf an einen Konkurrenten offen. Denn der wäre ohne eine Börsennotiz leichter machbar.

Möglich ist die Zwangsabfindung, weil die Deutsche Bank ihren Anteil an der Postbank zuletzt auf 96,8 Prozent aufgestockt hat. Damit ist die für einen Squeeze Out wichtige 95-Prozent-Marke überschritten.

Die Deutsche Bank will bis Ende 2015 alleinige Eigentümerin der Postbank sein, um dann in Eigenregie über die Details der Trennung von dem Tochterunternehmen entscheiden zu können. Sollte das Institut nicht an einen Konkurrenten verkauft werden, ist vorgesehen, dass die Postbank bis Ende 2016 wieder an die Börse geht und die Deutsche Bank ihren Anteil dabei auf weniger als 50 Prozent senkt. Mittelfristig will sie ganz aussteigen.

Den Entschluss zur Trennung von der Postbank hatte der Aufsichtsrat der Konzernmutter Deutsche Bank am Freitagabend offiziell gemacht. Die Postbank hat 14 Millionen Kunden und war vor sieben Jahren von der Deutschen Bank übernommen worden.

mmq/Reuters/dpa

insgesamt 26 Beiträge
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Seite 1
roby 27.04.2015
1. Seht ihr....
.... ein weiterer Grund als Kleinanleger nicht in dem großen Spiel des Raubtierkapitalismus mitzuspielen. Wenns grad recht kommt, ist der Kleine eh der Dumme.... MItreden, z.B. bei Lebensmittelspekulationen, lässt man ihn eh nicht. Es hilft eigentlich nur eine möglichst konsequente Abstinenz von allen Produktion und Angeboten dieser Konzerne. Kaufen wir lieber Anteile von genossenschaftlich und ethisch orientierten Anbietern......
peter78 27.04.2015
2. Es war einmal, da waren auch Kleinaktionäre willkommen
heute stehen sie den weiträumigen Plänen der Macher einfach nur im Wege. Wie soll man auch sonst freihändig Unternehmen kaufen, verkaufen, filetieren, ausplündern? Also weg damit! Und noch viel früher war es sogar erwünscht, dass sich auch Mitarbeiter am Unternehmen beteiligen können; das geht ja garnicht mehr! Das ist doch schon fast Sozialismus!
kuac 27.04.2015
3. Solidarität
Die kleinen müssen fuer die grossen Opfer bringen, damit das ganze überlebt. So viel Solidarität muss sein!
Join_Me 27.04.2015
4.
Wie pervers ist das denn? Erst werden die Kleinaktionäre rausgedrängt um die Bank von der Börne zu nehmen. 1 Jahr später soll die Bank wieder an die Börse gebracht werden, wo dann Kleinaktionäre wieder Aktien kaufen sollen und die Deutsche Bank steigt aus. Mal Ernsthaft: Welcher Volldepp würde denn je wieder Aktien der Postbank kaufen?
stanislaus01 27.04.2015
5. Es ist ein Symbol für den Niedergang Deutschands
Jetzt fängt selbst die Deutsche Bank an zu wackeln und muss das Tafelsilber verscheuern. Wie um 2000 die Bundesregierung.
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