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27. April 2015, 07:35 Uhr

Konzernumbau

Deutsche Bank will sparen und Filialen schließen

Die Deutsche Bank steht vor einem grundlegenden Umbau - und will dabei Kosten senken. Bis 2020 sollen jährlich 3,5 Milliarden Euro eingespart werden, bis zu 200 Filialen stehen vor dem Aus.

Deutschlands größte Bank gibt weitere Details ihrer künftigen Konzernstrategie bekannt. Dazu gehört auch ein Sparprogramm. Bis 2020 will die Deutsche Bank die operativen Kosten um zusätzlich 3,5 Milliarden Euro pro Jahr senken, wie das Institut am Montag mitteilte.

Dazu muss das Unternehmen auch Geld in die Hand nehmen. Die Bank rechnet mit einmaligen Umsetzungskosten in Höhe von 3,7 Milliarden Euro. Wie viele Stellen von den Einsparungen betroffen sind, ließ der Konzern zunächst offen.

Zum Sparprogramm gehört auch die Schließung von Filialen. Demnach werden von den derzeit rund 700 "blauen" Niederlassungen bis zum Jahr 2017 bis zu 200 geschlossen, wie das Institut mitteilte. Die Postbank mit ihren "gelben" Filialen wird ohnehin verkauft, das hatte die Bank bereits am Wochenende verkündet.

Parallel zu den Filialschließungen will die Deutsche Bank mehr Geld in den Ausbau digitaler Technologien stecken. Allein im Privat- und Firmenkundengeschäft sollen hier in den kommenden fünf Jahren zwischen 400 und 500 Millionen Euro investiert werden. Insgesamt sind über alle Geschäftsbereiche hinweg zusätzliche Investitionen von bis zu einer Milliarde Euro in digitale Technologien geplant. Durch computergestützte Beratungskanäle, Automatisierung und die Entwicklung neuer Kundenangebote will das Institut neue Ertragsmöglichkeiten generieren.

Künftig soll das Investmentbanking wieder eine größere Rolle für den Konzern spielen. Hier wird gespart und zugleich wieder ausgebaut. Die Investmentbank soll sich zwar stärker aus margenarmen Geschäftsfeldern zurückziehen, doch Konzern-Co-Chef Anshu Jain kündigte auch an, dass das Geschäft mit der Finanzierung von Unternehmen wachsen soll. Auch in das Handelsgeschäft mit Anleihen und Aktien will die Bank investieren. Insgesamt soll die Bilanzsumme der Investmentbank um 130 bis 150 Milliarden Euro schrumpfen. Derzeit beträgt die Summe der Vermögenswerte in dieser Sparte 900 Milliarden Euro und macht damit fast die Hälfte der gesamten Bank aus.

"Wir wollen nicht alles für jeden sein"

Vielen Investoren ist der Gewinn bei der Deutschen Bank im Vergleich zur Konkurrenz zu mager. Der Konzern kämpft zudem mit hohen Regulierungskosten. Manche Investoren hatten gehofft, dass das Unternehmen das gesamte Privatkundengeschäft abspaltet und sich in eine Filialbank und eine Investmentbank zerlegt. Doch nun wird nur die Postbank verkauft.

Deutschlands größtes Geldhaus bleibe eine Universalbank, betonten die beiden Vorstandschefs Anshu Jainund Jürgen Fitschen. "Wir bleiben global, aber fokussieren uns geografisch; und wir bleiben universal, aber vermeiden, alles für jeden sein zu wollen."

Den Aktionären stellte der Vorstand eine steigende Gewinnausschüttung in Aussicht. Künftig sollen mindestens 50 Prozent des Gewinns über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Anteilseigner fließen.

Das Renditeziel für den Konzern senkten die Vorstandschefs auf mehr als zehn Prozent nach Steuern, bislang wurden zwölf Prozent angepeilt - aber nie erreicht.

Seit dem Amtsantritt von Jain und Fitschen als Doppelspitze im Jahr 2012 hat das Institut bereits die jährlichen Kosten um 3,3 Milliarden Euro gesenkt, in diesem Jahr sollen weitere 1,2 Milliarden Euro dazukommen. Im gesamten vergangenen Jahr lagen die operativen Kosten der Bank bei 27,7 Milliarden Euro.

Der Konzern durchlebt derzeit turbulente Tage. Am Donnerstag wurde bekannt, dass das Institut im Skandal um manipulierte Zinssätze einen Vergleich mit den Regulierern in den USA und Großbritannien geschlossen hat. Dieser kostet die Deutsche Bank 2,5 Milliarden Dollar. Am Freitag wurde dann die Trennung von der Postbank bekannt gegeben. Am Sonntag schließlich veröffentlichte der Konzern die Geschäftszahlen für das erste Quartal. Vor Steuern verdiente die Deutsche Bank 1,48 Milliarden Euro. Das sind zwölf Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Überschuss halbierte sich auf 559 Millionen Euro.

Zusammengefasst: Die Deutsche Bank will eine neue Strategie fahren, um höhere Gewinne zu erreichen. Dazu wird gespart und der Konzern geschrumpft. Die Postbank wird verkauft, viele "blaue" Filialen der Deutschen Bank werden geschlossen und die Investmentbank soll sich aus unprofitablen Bereichen zurückziehen.

mmq/Reuters/dpa

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