Trotz roter Zahlen 2017 Deutsche Bank zahlt offenbar mehr als eine Milliarde Boni

Zum dritten Mal kein Jahresgewinn - dennoch will die Deutsche Bank für 2017 offenbar beträchtliche Boni zahlen. Im Vorstand des Geldhauses soll es dazu eine kontroverse Debatte gegeben haben.
Firmenchef John Cryan, Chef-Aufseher Paul Achleitner

Firmenchef John Cryan, Chef-Aufseher Paul Achleitner

Foto: RALPH ORLOWSKI/ REUTERS

Am Ende hätten sich die Investmentbanker mit dem Argument durchgesetzt, dass bei erneuten Bonuskürzungen die besten Leute gegangen wären. Das berichtete die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" unter Berufung auf einen hochrangigen Banker. Die Deutsche Bank ließ den Bericht unkommentiert.

Die Bonuszahlungen waren bei Deutschlands größtem Kreditinstitut von 2,4 Milliarden Euro 2015 auf 500 Millionen Euro im Jahr darauf zurückgegangen. Konzernchef John Cryan verteidigte zuletzt die stärkere Rückkehr zur variablen Vergütung, obwohl das Geldhaus zu Jahresanfang bekannt gegeben hatte, 2017 zum dritten Mal in Folge keinen Jahresgewinn verbucht zu haben. Die genaue Bilanz will die Bank am Freitag vorlegen.

Einem Insider zufolge visiert der Konzern für März oder April den Börsengang ihrer Vermögensverwaltung an. Der "FAS" zufolge soll das Börsendebüt vor Ostern über die Bühne gehen. Die milliardenschwere Aktienplatzierung ist ein zentraler Baustein in der Strategie Cryans, der den Konzern schlagkräftiger machen will.

la/itz/dpa