Schwache Renditen Deutsche Bank schrumpft den Rohstoffhandel

Energie, Agrarprodukte, Grundmetalle: Die Deutsche Bank will sich aus dem Handel mit physischen Rohstoffen zurückziehen. An den umstrittenen Finanzderivaten auf Lebensmittel will sie aber festhalten. Anderslautende Medienberichte dementierte die Bank.

Weizenfeld in der Oberpfalz: "Geschäfte auf Kosten der Ärmsten"
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Weizenfeld in der Oberpfalz: "Geschäfte auf Kosten der Ärmsten"


Berlin/Hamburg - Die Deutsche Bank zieht sich teilweise aus dem Handel mit Rohstoffen zurück. Mit Öl, Getreide, Futtermittel oder Grundmetallen werde sie künftig nicht mehr handeln, teilte die Bank in einer Pressemitteilung vom Donnerstag mit. Gleichzeitig wolle sich der Konzern aber weiter auf zwei Kernkompetenzen konzentrieren: den Handel mit Edelmetallen und Finanzderivaten.

Die Bank wird also an den umstrittenen Finanzderivaten im Rohstoffbereich festhalten. Dafür war das Unternehmen zuvor immer wieder scharf kritisiert worden. Nach Recherchen der Entwicklungsorganisation Oxfam verwalten alleine die Fondgesellschaften der Bank Agrarrohstoffderivate im Wert von 3,79 Milliarden Euro. Nach Ansicht von Kritikern tragen die Spekulationen zu Preisschwankungen und zum Hunger in der Welt bei. Die Deutsche Bank bestreitet das.

Medienberichte, wonach das Geldhaus nun in der Sache eine Kehrtwende vollziehe und die umstrittenen Spekulationen aufgebe, wies ein Sprecher auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE zurück. Thilo Bode, Geschäftsführer der Verbraucherorganisation foodwatch sagte dazu: "Solange die Deutsche Bank nicht aus der Nahrungsmittelspekulation in Form von Finanzderivaten aussteigt, gehen die Geschäfte auf Kosten der Ärmsten unverändert weiter."

Die Deutsche Bank ist nicht das erste große Institut das aus dem Handel mit sogenannten physischen Rohstoffen aussteigt. Bereits im Sommer hatte der US-Konzern JP Morgan Chase einen ähnlichen Schritt angekündigt.

Bei der Deutschen Bank hatte das Geschäft zuletzt immer schwächere Renditen erzielt. Mit dem Umbau des Rohstoffhandels verfolge die Bank nun das Ziel, "unser Kapital besser zu nutzen, die Komplexität unseres Geschäftsbetriebs zu verringern und auf branchenweite, aufsichtsrechtliche Veränderungen zu reagieren", heißt es in der Mitteilung weiter. Die Entscheidung habe keine materiellen Auswirkungen auf die Vermögens- und Ertragslage der Bank.

vks/cte/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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Luna-lucia 05.12.2013
1. und sie soll sich endlich von Kriegsgerät-Entwicklungen heraus halten
Die Deutsche Bank ist weltweit in fast allen Staaten zu gange. Ire Manager schrecken wirklich vor aber rein gar nix zurück! Sogar die Entwicklung, und den Bau von Streumunition haben sie genehmigt! Diese Dinger liegen, und werden immer noch von spielenden Kindern gefunden. Was nach einem Wum passiert? Die Deutsche Bank fragt nicht danach! Uns ist auch nicht bekannt, ob die sich irgendwann mal, an betroffene Eltern gewandt hat! Die Deutsche Bank – ein Haus > ohne jede Moral! Geld scheffeln ist okay – sich um "Betroffene" kümmern, gehört nicht zum "Tagesritual"! – zudem … Die Deutsche Bank hat ihr Versprechen gebrochen, nicht mehr Streumunition zu finanzieren, sagt Thomas Küchenmeister von der Organisation Facing Finance im Interview. von Philip Faigle und Wolfgang Uchatius ZEIT ONLINE: Die Deutsche Bank hat im November erklärt, die Geschäfte mit Herstellern von Streumunition einzustellen. Sie werfen der Bank nun Wortbruch vor. Weshalb? Thomas Küchenmeister: Wir haben die Behauptung der Bank zusammen mit dem holländischen Analyseinstitut Profundo überprüft. Sie stimmt nicht. Die Bank unterhält weiterhin Geschäftsbeziehungen zu Produzenten von Streumunition. Das Volumen der Geschäfte beläuft sich auf immerhin 1,4 Milliarden Euro. ZEIT ONLINE: Die Bank hat damals versprochen, keine "neuen Geschäftsbeziehungen" einzugehen. Handelt es sich womöglich um alte Verpflichtungen? Küchenmeister: Nein. Die Bank hat sich noch in diesem Februar an einem Kredit für einen Hersteller in Höhe von einer Milliarde Dollar beteiligt. Zwischen der Erklärung und dem Geschäft lagen drei Monate. Uns ist nicht bekannt, dass Kreditgeschäfte mit so einem langen Vorlauf abgeschlossen werden. Einen Tag bevor der Kredit vergeben wurde, sagte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann in der Tagesschau , die Bank sei aus der Finanzierung von Streubomben ausgestiegen. Entnommen aus: [url]http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-03/streubomben-kuechenmeister[url]
1Albert1 05.12.2013
2. was macht man nur mit diesen Banken
Liebe Luna-Lucia, Sie haben ja so Recht! Aber ist Ihnen neben der Ungeheuerlichkeit dieser Finanzierung auch aufgefallen, dass sich im Marschgepäck vieler Armeen dieser Welt der Brotaufstrich Nutella befindet? Das ist ein unerträglicher und menschenverachtender Zustand! Wir sollten den Hersteller Ferrero sofort mit unserer tiefsten Verachtung strafen! Aber zurück zur Deutschen Bank. Kürzlich wurde in einem ebenso tiegründigen Artikel sogar festgestellt, dass diese Bank ATOMBOMBEN finanziert!!! Und zwar deshalb, weil zu ihren Kunden ThyssenKrupp gehört. Nun darf jeder für sich selbst beantworten, wie nah die Finanzierung an einem zweiten Hiroshima ist. Zu guter Letzt nun auch noch die Lebensmittel. Studierte Germanisten, Theologen und mein Hauswart haben klare Beweise für die negative Beeinflussung der Lebensmittelpreise durch Derivate gefunden. Das dürfen wir keinesfalls hinnehmen! Zukünftig kaufe ich mein Brot nur noch bei Bäckern, die mir ihre Derivatefreiheit zweifelsfrei nachweisen können. Aber wenn wir Glück haben, steigt durch die Spekulationen ja der Preis für Kakao. Dann wird eventuell auch Nutella für die Soldaten irgendwann zu teuer und wir müssen zmindest nicht mehr gegen Ferrero in die Barrikaden.
Salomo 05.12.2013
3. Deutschfehler
An den Verfasser: Lieber Herr Teevs darf ich Sie in aller Bescheidenheit darauf hinweisen, dass in Ihrem Beitrag "Deutsche Bank schrumpft den Rohstoffhandel" http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-bank-zieht-sich-teilweise-aus-rohstoffhandel-zurueck-a-937450.html ein nicht ganz harmloser Deutschfehler steckt: "Schrumpfen" ist ein intransitives Verb (ich darf doch sicher davon ausgehen, dass Ihnen dieser grammatikalische Begriff vertraut ist). Ein intransitives Verb ist ein Verb, das nicht zusammen mit einem Akkusativ-Objekt verwendet werden kann. Also: Ihre Überschrift müsste z.B. heißen: "Rohstoffhandel der Deutsche Bank schrumpft" oder "Deutsche Bank vermindert den Rohstoffhandel" - aber niemals: "Deutsche Bank schrumpft den Rohstoffhandel". Zur Erläuterung: im Ihrer Überschrift steht das Objekt "Rohstoffhandel" im Akkusativ - und kann daher nach der obigen Regel niemals gemeinsam mit dem Verb "schrumpfen" verwendet werden. In den beiden von mir formulierten Beispielen steht es entweder im 1. Fall und hat damit die Stellung eines Subjekts und nicht eines Objekts - oder es wird als Objekt zusammen mit einem transitiven Verb ("vermindern") verwendet. Wie kann es sein, dass Journalisten falsches Deutsch verbreiten - und keiner merkt's? (Sorry!) Anmerkung: ich bin keinesfalls ein frustrierter Deutschlehrer. Viele Grüße Salomo
robbyy 05.12.2013
4. Verstaatlichen.... zerschlagen....
so langsam sollten wir uns schämen, dass so ein Finanzinstitut sich mit dem Namen unseres Landes schmückt.....
tylerdurdenvolland 06.12.2013
5. Sie missverstehen das.....
Zitat von 1Albert1Liebe Luna-Lucia, Sie haben ja so Recht! Aber ist Ihnen neben der Ungeheuerlichkeit dieser Finanzierung auch aufgefallen, dass sich im Marschgepäck vieler Armeen dieser Welt der Brotaufstrich Nutella befindet? Das ist ein unerträglicher und menschenverachtender Zustand! Wir sollten den Hersteller Ferrero sofort mit unserer tiefsten Verachtung strafen! Aber zurück zur Deutschen Bank. Kürzlich wurde in einem ebenso tiegründigen Artikel sogar festgestellt, dass diese Bank ATOMBOMBEN finanziert!!! Und zwar deshalb, weil zu ihren Kunden ThyssenKrupp gehört. Nun darf jeder für sich selbst beantworten, wie nah die Finanzierung an einem zweiten Hiroshima ist. Zu guter Letzt nun auch noch die Lebensmittel. Studierte Germanisten, Theologen und mein Hauswart haben klare Beweise für die negative Beeinflussung der Lebensmittelpreise durch Derivate gefunden. Das dürfen wir keinesfalls hinnehmen! Zukünftig kaufe ich mein Brot nur noch bei Bäckern, die mir ihre Derivatefreiheit zweifelsfrei nachweisen können. Aber wenn wir Glück haben, steigt durch die Spekulationen ja der Preis für Kakao. Dann wird eventuell auch Nutella für die Soldaten irgendwann zu teuer und wir müssen zmindest nicht mehr gegen Ferrero in die Barrikaden.
Schauen sie, ist doch ganz einfach... kein Mensch verlangt von ihnen, dass sie sich einen Dreck für den Rest der Welt interessieren... Was bedeutet es schon, dass zB diese Deutsche Banlk nun also aus dem Rohstoffmarkt nur deshalb aussteigt weil die Profite nicht hoch genug sind. Und nicht etwa deshalb weil wegen der abgezwackten Proftmargen durch Spekulanten, ZB beim Reis, in Indien jedes Jahr tausende krepieren oder gar Selbstmord begehen müssen. Das heisst aber doch noch lange nicht, dass nicht so manch anderer "Mensch" sich für so eine Art von "Leben" zu schade ist?
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