Chef der Deutschen Börse "Die Fusion ist gottgewollt"

Die Deutsche Börse will mit der Londoner Börse verschmelzen. Nun hat der Vorstandsvorsitzende Kengeter dem Vorhaben eine religiöse Dimension verliehen.
Deutsche-Börse-Chef Kengeter

Deutsche-Börse-Chef Kengeter

Foto: DPA

Für diesen Satz könnte Carsten Kengeter eine Menge Spott ernten. Am vorigen Mittwoch hat der Chef der Deutschen Börse mit pathetischen Worten für den geplanten Zusammenschluss mit der Londoner Börse geworben.

"Die Fusion ist gottgewollt", sagte der ehemalige Investmentbanker Kengeter laut "Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung" auf einer Betriebsversammlung. Die Deutsche Börse war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Das letzte Mal, als ein Manager einen ähnlichen Vergleich wagte, löste er einen Sturm der Entrüstung aus. Im Jahr 2009 hatte Lloyd Blankfein, der Chef der US-Bank Goldman Sachs, in einem Interview gesagt, er und seine Bank verrichteten "Gottes Werk". Kurz zuvor hatte Blankfein satte Gewinne verkündet - während der Rest der Welt, unter anderem wegen fragwürdiger Produkte seiner Bank, unter der Finanzkrise und der schärfsten Rezession seit Jahrzehnten litt.

Die Deutsche und die Londoner Börse haben vereinbart, ein gemeinsames Unternehmen zu bilden. Der Vorstand des Dax-Konzerns hatte den Deal vergangene Woche abgesegnet. Sitz der neuen Holding soll in London sein, weswegen Kengeter mit Widerständen in Frankfurt zu kämpfen hat.

ssu
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