Deutsche Börse und LSE Abstimmung über Fusion erst nach Brexit-Referendum

Die Aktionäre der Deutschen Börse und der London Stock Exchange sollen im Juli über eine Fusion entscheiden - nach der Brexit-Abstimmung. Ein Verbleib Großbritanniens in der EU könnte die Mehrheit sichern.

Börse in London
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Börse in London


Die Aktionäre von Deutscher Börse und London Stock Exchange (LSE) sollen erst nach der Abstimmung über den Verbleib Großbritanniens in der EU über den gut 25 Milliarden Euro schweren Zusammenschluss entscheiden. Die Hauptversammlung der LSE, auf der die Aktionäre der Briten über die Verschmelzung abstimmen, werde im Juli stattfinden. Die Anteilseigner der Deutschen Börse sollen im Juni ein Umtauschangebot erhalten, auch dafür ende die Frist im Juli.

Beide Seiten müssen je mindestens eine Dreiviertelmehrheit für die Fusion zusammenbekommen. Sollten die Briten am 23. Juni für den Verbleib ihres Landes in der EU stimmen, würde das die Chancen auf einen Zusammenschluss der Börsenbetreiber steigern. Denn einige Aktionäre sehen die Fusion im Falle eines Austritts Großbritanniens skeptisch. Gerade in Frankfurt gibt es Kritiker, die die Verschmelzung bei einem Brexit ablehnen, zumal der Sitz des fusionierten Konzerns in London sein soll.

Im März hatten sich die Spitzen von Deutscher Börse Chart zeigen und LSE Chart zeigen auf den gut 25 Milliarden Euro schweren Zusammenschluss verständigt. Die Anteilseigner der Deutschen Börse sollen gut 54 Prozent an dem fusionierten Unternehmen halten. Führen soll das Unternehmen dann der jetzige Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter.

Außer den Aktionären müssen auch noch Behörden beider Länder zustimmen, etwa die deutsche Finanzaufsicht BaFin und die United Kingdom Listing Authority. Den bisher veröffentlichten Planungen zufolge soll der Zusammenschluss Ende 2016 oder im ersten Quartal 2017 abgeschlossen sein.

fdi/Reuters/dpa



insgesamt 13 Beiträge
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vish 18.05.2016
1. 25 Mrd. Euro.
Für das Darstellen von pixeligen Zahlen auf Bildschirmen. Produziert wird nichts. Leistung für die Allgemeinheit: tendiert gegen 0. Die sog. Marktwerte anderer Unternehmen stammen zwar auch aus dem Märchenland, aber häufig steckt noch irgendwas Substantielles dahinter. Was das hier wohl ist? Unternehmensinfrastruktur? Faxgeräte für 25 Mrd.?
hevopi 18.05.2016
2. Glaubt denn wirklich jemand
noch an den Verbleib von GB in der EU? Wenn ich mir die politischen Fehlentscheidungen der EU ansehe (neudeutsch: Geldvernichtungsinstitut), die verlogene Politik, die ja auch nur Länderbezogen ist, dann würde es mich sehr wundern, wenn wirklich noch die Kurve realisiert wird.
sickandinsane 18.05.2016
3. Wenn ich Brite wäre,
Dann wäre das für mich fast noch ein Argument mehr für den Brexit zu stimmen. Oder fänden Sie es toll, in der landeseigenen Börse weniger Stimmrecht zu haben als ein fremdes Land? Die deutsche Seite soll ja schließlich 54 Prozent bekommen. Als Brite wäre mir das ganz schön unsympathisch. Aber mal bis Juni abwarten was passiert.
Untertan 2.0 18.05.2016
4. Ein Grund mehr auf den Brexit zu hoffen
Was unsere "marktkonforme Demokratie" als letztes braucht, ist eine noch aufgeblasenere Börse...
ambulans 18.05.2016
5. vorm
Brexit-referendum über eine fusion mit der LSE zu beschließen wäre ja auch zum Größten Anzunehmendem Unfug geworden ...
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