DIHK-Umfrage Deutsche Energiewirtschaft verschleppt Investitionen

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland ist gut. Doch gerade Energieunternehmen zögern laut DIHK mit neuen Investitionen, drei Viertel der Firmen wollen ihre Budgets im kommenden Jahr stabil halten oder senken. Der Grund: Unsicherheit über die politischen Rahmenbedingungen.

Starkstromleitungen in Deutschland: Energiebranche will 2014 kaum investieren
DPA

Starkstromleitungen in Deutschland: Energiebranche will 2014 kaum investieren


Berlin - Die Energieunternehmen zögern im Gegensatz zu den meisten anderen Branchen mit neuen Investitionen in Deutschland. 72 Prozent der Firmen wollen ihre Budgets im kommenden Jahr entweder nur stabil halten oder sogar senken, wie aus einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) hervorgeht, über die die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. "So schlecht war die Investitionsbereitschaft zuletzt nur im Jahr der Finanzkrise 2009", sagte DIHK-Chefvolkswirt Alexander Schumann. "Hauptgrund: Es ist nach wie vor unklar, welche Rahmenbedingungen die Politik zukünftig in der Energiepolitik setzt."

Mittlerweile sehen 79 Prozent der Energieunternehmen in der Wirtschaftspolitik ein Geschäftsrisiko. "So viele wie in keiner anderen Branche und in keiner der bisherigen Umfragen hierzu", sagte Schumann. Union und SPD peilen deshalb in den Koalitionsverhandlungen eine rasche Reform der Ökostromförderung an, um einen Investitionsstau zu verhindern. Durch die Energiewende wurden vor allem Großkonzerne wie RWE und E.on auf dem falschen Fuß erwischt: Sie verdienen mit konventionellen Kraftwerken kaum noch Geld und investieren daher nicht.

Die Branche gehört traditionell zu den investitionsstärksten in Deutschland und gibt jedes Jahr einen zweistelligen Milliardenbetrag aus. Das ist mehr als die gesamte Fahrzeugbranche - von den Auto- bis zu den Flugzeugherstellern. Im Gegensatz zur Energiewirtschaft wollen viele andere Schlüsselbranchen im kommenden Jahr mehr investieren, darunter Elektrotechnik, Fahrzeugbau, Chemie und Verkehrsgewerbe.

Ein Investitionsplus meldet auch die Telekommunikationsbranche. "Dabei dominiert - anders als in allen anderen Branchen - die Kapazitätserweiterung", sagte Schumann. "Das macht Hoffnung auf einen baldigen Breitbandausbau - und damit auf einen Schub bei dieser wichtigen Zukunftsinfrastruktur."

nck/Reuters

insgesamt 87 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Hilfskraft 01.11.2013
1. vergackeiern
wollen die uns schon wieder vergackeiern? Deren Stromkosten zahlen doch wir Bürger. Was wollen die denn wirklich? Druck auf Merkel ausüben? Gerne! Aber, bitte in die richtige Richtung, damit wir Bürger auch was davon haben. Uns kann man nicht mehr weiter über den Tisch ziehen ... ! Merkt euch das, oder schert euch zum Teufel! Es sind auch viele ganz klein mit Hut wieder zurückgekommen !!!
Olaf 01.11.2013
2.
Zitat von sysopDPADie steigenden Energiepreise in Deutschland machen der Industrie Sorgen: Laut einer DIHK-Umfrage denkt jedes vierte Unternehmen darüber nach, Teile seiner Produktion ins Ausland zu verlagern. Unter denen mit einer hohen Stromrechnung ist es fast jedes zweite. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-energiewirtschaft-zoegert-laut-dihk-investitionen-heraus-a-931259.html
Läuft ja super, denn wenn erst einmal alle Stromverbraucher in Deutschland abgeschaltet oder ausgewandert sind, klappt es ja auch mit der Energiewende. Wir Deutschen sind schon ein pfiffiges Völkchen.
max_schwalbe 01.11.2013
3. Klagen auf hohem Niveau
Wenn der Geringverdiener über teure Energie klagt, wird gesagt "Ruhe auf den billigen Plätzen". Wenn die Wirtschaft darüber klagt, wird darüber mit wichtiger Miene berichtet. Selbst, dass Großunternehmen bereits massive Subventionen für verbilligten Strom erhalten, scheint hier noch nicht genug zu sein. Das System hat sich vom Bürger zu weit entfernt.
h_grabowski 01.11.2013
4. Warum auch?
Warumn sollten sie auch investieren? Gewinne abkassieren, warten bis das Netz zusammenbricht und dann auf dem Rücken des Steuerzahlers und Privatverbrauchers sanieren. Hat bisher doch auch immer geklappt...
willgence 01.11.2013
5. Ganz im Ernst!
Heute das Geld für Investitionen sparen heißt: Fette Bilanzen und sichere Boni! Wenn "morgen" tatsächlich der Strom knapper werden sollte und die Energiekosten steigen heißt das für die Konzerne: Viel Geld in die Kasse bekommen und Boni sichern! Eine Win-Win-Situation - zumindest für die Energiewirtschaft. Falls das Konzept nicht aufgehen sollte -> Energiesparte verkaufen, heißt: Viel Geld in die Kasse bekommen und - alles klar - Boni sichern!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.