BDI Industrie fordert deutschen Weltraumbahnhof

Der Industrieverband will den Weltraum kommerzialisieren und schlägt einen deutschen Weltraumbahnhof vor. Auch soll eine Astronautin zum Mond geschickt werden.
Die Sojus-Rakete startet in Baikonur zu ihrer Expedition 61 (Archivbild)

Die Sojus-Rakete startet in Baikonur zu ihrer Expedition 61 (Archivbild)

Foto: Dmitri Lovetsky / AP

Die deutsche Industrie verlangt von der Bundesregierung mehr Engagement in der Raumfahrt. "Ein gutes Projekt wäre ein deutscher Weltraumbahnhof", sagte Dieter Kempf, der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), dem "Handelsblatt".

Aus Deutschland sollten dann kleine Raketen, sogenannte Micro-Launcher, mit Satelliten in die Erdumlaufbahn starten. Infrage dafür kämen die Flughäfen Rostock-Laage in Mecklenburg-Vorpommern oder Nordholz in Niedersachsen.

Der BDI erhofft sich so einen Schub für die kommerzielle Raumfahrt in Deutschland. Um die Raumfahrtbegeisterung in Deutschland zu schüren, schlägt Kempf vor, eine deutsche Astronautin mit der nächsten bemannten US-Mission 2024 zum Mond zu schicken. Schließlich sei Deutschland mit dem Servicemodul ESM maßgeblich an der Entwicklung des neuen US-Raumschiffs Orion beteiligt.

Der Industrieverband BDI hatte bereits im vergangenen Jahr ein Weltraum-Bergbau-Gesetz verlangt, damit Unternehmen künftig Ressourcen auf fernen Himmelskörpern abbauen kann. "Wenn Deutschland seine Schlüsselposition in der Luft- und Raumfahrt behalten und ausbauen will, muss die Bundesregierung rasch ihren im Koalitionsvertrag angekündigten Plan umsetzen und ein Weltraumgesetz mit einem gesonderten Kapitel für Weltraumbergbau verabschieden", hieß es damals in einem Positionspapier des Verbands.

Die Große Koalition hat sich in ihrem Koalitionsvertrag ein solches Weltraumgesetz vorgenommen, um Investitions- und Rechtssicherheit für nichtstaatliche Raumfahrtaktivitäten zu schaffen. Bislang, so bemängelte der BDI, würden Investoren Deutschland aber meiden - trotz technischen Knowhows.

hej
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