Agrarexporte auf Rekordniveau Deutschland füttert die Welt

Deutsche Unternehmen haben in der ersten Jahreshälfte so viele Agrarprodukte und Lebensmittel exportiert wie nie zuvor. Zwar kauften die EU-Mitgliedstaaten weniger als im Vorjahr, dafür stiegen die Ausfuhren vor allem in den Nahen Osten und nach China stark an.

Mähdrescher in Mecklenburg-Vorpommern: Agrarexporte auf Rekordniveau
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Mähdrescher in Mecklenburg-Vorpommern: Agrarexporte auf Rekordniveau


Berlin - Lebensmittel aus Deutschland verkaufen sich auch in der Krise blendend. Allerdings importierten die europäischen Krisenländer weniger als in der Vergangenheit. In der ersten Jahreshälfte haben deutsche Unternehmen ersten Schätzungen zufolge so viele Landwirtschafts- und Ernährungsgüter ausgeführt wie nie zuvor. Der Wert der Ausfuhren habe sich um gut 1,8 Prozent auf fast dreißig Milliarden Euro erhöht, teilte die German Export Association for Food and Agriproducts (Gefa) in Berlin mit.

Agrarprodukte und Lebensmittel im Wert von fast dreißig Milliarden Euro wurden ausgeführt und damit 1,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, teilte die Exportförderorganisation mit. Dabei legten vor allem die Exporte außerhalb der EU zu, der Gefa zufolge um gleich 13,3 Prozent auf mehr als sieben Milliarden Euro. Sie machten damit erstmals knapp ein Viertel der Gesamtausfuhren aus. Die wichtigsten dieser Absatzmärkte waren Russland, die Schweiz und die USA. Besonders starke Zuwächse gab es in Saudi-Arabien und China.

Die Exporte in die 26 EU-Staaten gingen um 1,4 Prozent zurück, zeigten aber laut Gefa erste leichte Erholungszeichen. In der Menge sanken die Ausfuhren demnach im ersten Halbjahr um 9,4 Prozent, im Wert aber nur um 1,8 Prozent. Hoch veredelte und damit relativ teure Agrarprodukte und Lebensmittel seien damit weiter nachgefragt. Rückläufig seien vor allem die Geschäfte in Griechenland (minus 3,6 Prozent), Italien (minus 6,2 Prozent) und Portugal (minus 4,7 Prozent), die von der Wirtschafts- und Schuldenkrise betroffen sind. In Spanien sei die Entwicklung für deutsche Exporteure aber noch positiv.

Die Mitgliedsbetriebe der Gefa hätten frühzeitig "den Fokus auf wachstumsstarke Drittländer gelegt, ohne ihre Hausaufgaben in der EU zu vernachlässigen", erklärte deren stellvertretender Sprecher, Willi Meier. "Dies erweist sich gerade jetzt in der angespannten Situation Europas als wichtiger Weg."

nck/dpa/AFP

insgesamt 38 Beiträge
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Reg Schuh 24.08.2012
1.
Eines der dichter besiedelten Länder exportiert Lebensmittel zum Beispiel nach Rußland mit den riesigen Flächen? Trotz des Verweises auf "hoch veredelte und damit relativ teure Agrarprodukte und Lebensmittel" überrascht mich das. Interessant wäre noch die Lebensmittel-Export-/Import-Bilanz. Daß "Deutschland die Welt füttert" kann ich so nicht glauben. Wir importieren doch eine ganze Menge!
Gluehweintrinker 24.08.2012
2. Wie schlüsselt sich das auf?
Zitat von Reg SchuhEines der dichter besiedelten Länder exportiert Lebensmittel zum Beispiel nach Rußland mit den riesigen Flächen? Trotz des Verweises auf "hoch veredelte und damit relativ teure Agrarprodukte und Lebensmittel" überrascht mich das. Interessant wäre noch die Lebensmittel-Export-/Import-Bilanz. Daß "Deutschland die Welt füttert" kann ich so nicht glauben. Wir importieren doch eine ganze Menge!
So ist es. Vor der Holland-Tomate bis zu südafrikanischem Weintrauben, Käse aus Frankreich, Bier aus Mexiko... ach so, zählen Weine und Biere da vielleicht gar nicht mit? Nach welchen Nahrungsmittelsorten schlüsselt sich denn der Umsatz von 30 Mrd EUR auf? Getreide, Gemüse, schwarzwälder Schinken? Thüringer Würstchen? In letzterem Fall wäre es dann ein "durchlaufendes Soja" aus Brasilien, sozusagen.... Deutschland füttert die Welt, ein toller Titel. Da es sich hier meistens um Luxuslebensmittel handelt, wird es sicher nicht so aussehen, dass iegrndein Hungerfleck auf dieser Welt etwas davon hätte. Würden wir die im Müll landende Menge vermeiden und deren kalorisches Äquivalent an haltbaren Nahrungsmitteln dorthin bringen, wo sie dringend benötigt werden, das wäre eine echte Maßnahme....
Zorpheus 24.08.2012
3.
Zitat von Reg SchuhEines der dichter besiedelten Länder exportiert Lebensmittel zum Beispiel nach Rußland mit den riesigen Flächen? Trotz des Verweises auf "hoch veredelte und damit relativ teure Agrarprodukte und Lebensmittel" überrascht mich das. Interessant wäre noch die Lebensmittel-Export-/Import-Bilanz. Daß "Deutschland die Welt füttert" kann ich so nicht glauben. Wir importieren doch eine ganze Menge!
Das dachte ich auch, vor allem wegen den Problemen in und nach den Weltkriegen. Aber Deutschland produziert wohl wirklich mehr Lebensmittel, als hier konsumiert werden: Selbstversorgungsgrad (http://de.wikipedia.org/wiki/Selbstversorgungsgrad)
habnichviel 24.08.2012
4. Hochveredelt.........
bedeutet für mich Knorr, Maggi, Unilever und sonstiges haltbares bis in die nächsten Jahre. Eigentlich nicht so richtig gesundes, aber man weiß jetzt wo man in Aktien investieren kann.
observerd 24.08.2012
5. Sie liegen richtig
Zitat von Reg SchuhEines der dichter besiedelten Länder exportiert Lebensmittel zum Beispiel nach Rußland mit den riesigen Flächen? Trotz des Verweises auf "hoch veredelte und damit relativ teure Agrarprodukte und Lebensmittel" überrascht mich das. Interessant wäre noch die Lebensmittel-Export-/Import-Bilanz. Daß "Deutschland die Welt füttert" kann ich so nicht glauben. Wir importieren doch eine ganze Menge!
man muss sich die Bilanz anschauen. Beim Statistischen Bundesamt findet man für 2011 https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/Aussenhandel/Handelswaren/Tabellen/EinfuhrAusfuhrGueterabteilungen.html man müsste hier wohl einige Zeilen addieren (1,3,10,11) um grob einen Überblick über Export und Import zu erhalten (dann aber wieder Posten wie Futtermittel rausrechnen). Ohne hohen Anspruch auf Genauigkeit kommen Sie dann auf 56,5 MRD Export und 71 MRD Import für Lebensmittel (im weitesten Sinne). Man sieht auf dieser einen Seite auch woher der hohe deutsche Exportüberschuss kommt : Automobilindustrie, Maschinenbau, chemische und pharmazeutische Industrie.
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