Großkundengeschäft Kartellamt wirft der Deutschen Post Preisdumping vor

Hat die Deutsche Post im Briefgeschäft mit Großkunden die Preise gedrückt? Einem Pressebericht zufolge überprüft das Bundeskartellamt derzeit die entsprechende Tarifgestaltung. Es gebe "klare Anhaltspunkte", so die Behörde.

Falsches Spiel bei der Deutschen Post? Das Bundeskartellamt überprüft den Bereich Großkunden des Konzerns
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Falsches Spiel bei der Deutschen Post? Das Bundeskartellamt überprüft den Bereich Großkunden des Konzerns


Bonn - Das Bundeskartellamt wirft der Deutschen Post wettbewerbswidriges Verhalten im Geschäft mit Großkunden vor. "Hier haben wir klare Anhaltspunkte dafür, dass Wettbewerber durch sogenannte Preis-Kosten-Scheren, also letztlich Dumping-Preise, behindert werden", sagte der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Man prüfe derzeit eingehend die Tarifgestaltung der Post gegenüber bestimmten Großkunden.

Eine Sprecherin des Bonner Konzerns wollte sich mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht äußern. Doch dem Bericht zufolge untersucht das Kartellamt bereits seit mehr als einem Jahr Preise und Rabatte, die die Post im Briefgeschäft mit Großkunden wie Banken, Krankenkassen oder Versicherungen anbietet.

Bei diesen Massensendungen hat die Post vergleichsweise freie Hand, im Geschäft mit Verbrauchern dagegen muss der Konzern das Porto von der Bundesnetzagentur als Regulierer absegnen lassen. Das Bundeskartellamt kann gegen die Post vorgehen, wenn der Konzern mit seinen Rabatten systematisch Preise anbietet, die unter seinen tatsächlichen Kosten liegen.

Der "FAZ" zufolge kommt nach einer Beurteilung üblicherweise eine Abmahnung als nächster Schritt, mit der die Post aufgefordert wird, ihre Preise zu ändern.

gam/dpa/Reuters



insgesamt 3 Beiträge
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tomdabassman 19.05.2014
1. Durchaus im Trend
Daß die Preisschere zwischen Großabnehmern und Kleinkunden immer weiter auf geht, ist ein verbreitetes Phänomen. Es passt zur allgemein bedenklichen Entwicklung des Kapitalismus, in dem die Zentrifugalkräfte stetig zunehmen - bis es dann doch mal scheppert.
franxinatra 19.05.2014
2. Wenn sogenannte Mitbewerber mit Aufstockern kalkulieren
dürfen, die den Hungerlohn mit Hartz 4 kompensieren, während die Geschäftsführer stattliche Einkommen herausziehen, warum sollte sich die Post dann nicht wehren? Unter dem Strich bleibt jedoch: selbst wenn die Scheinkonkurrenz nicht einmal mit Rosinenpickerei ihre Läden bewirtschaften kann, warum dann nicht gleich zurück zur Bundespost: es gibt noch genug Zeitzeugen, die sich die Zuverlässigkeit des gelben Riesen zurück wünschen!
Benjaminblume 19.05.2014
3.
Zitat von sysopDPAHat die Deutsche Post im Briefgeschäft mit Großkunden die Preise gedrückt? Einem Pressebericht zufolge überprüft das Bundeskartellamt derzeit die entsprechende Tarifgestaltung. Es gebe "klare Anhaltspunkte", so die Behörde. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-post-aerger-wegen-moeglichen-preisdumpings-a-970112.html
ist doch das einzig gute das da die Briefe ein wenig billiger sind, denn ansonsten im Verhältniss zu Rest Welt ist die deutsche Post doch schweine teuer
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