Gewerkschaft Ver.di Postbeschäftigte treten in Warnstreik

Gutes Corona-Geschäft für die Deutsche Post, mehr Geld für die Beschäftigten? Der Streit darum spitzt sich zu. Nun folgen Postbeschäftigte in NRW und am Münchner Briefzentrum dem Ver.di-Aufruf nach Warnstreiks.
Besonders das Paket-Geschäft hat von der Coronakrise profitiert

Besonders das Paket-Geschäft hat von der Coronakrise profitiert

Foto: Oliver Berg/ picture alliance/dpa

Die Deutsche Post hat in der Coronakrise ein gutes Geschäft gemacht. Die Gewerkschaft Ver.di will daher 5,5 Prozent mehr Lohn - und ruft zu Warnstreiks mit Blick auf die nächste Tarifverhandlungsrunde am 21./22. September auf. Dem folgen nun Beschäftigte in NRW und am Münchner Briefzentrum, die ihre Arbeit niederlegten.

"Wir haben in der zweiten Runde der Tarifverhandlungen den Eindruck gewonnen, dass die DP AG ihre Beschäftigten mit einer Entgelterhöhung von nur 1,5 Prozent für zwölf Monate abspeisen will", sagte die stellvertretende Ver.di-Vorsitzende und Verhandlungsführerin Andrea Kocsis.

Man interpretiere das zuletzt unterbreitete Angebot als "Provokation, und das werden sich unsere Mitglieder, die Tag für Tag zum Unternehmenserfolg beitragen, nicht einfach so bieten lassen", sagte Kocsis. Der Post-Konzern habe sein Ergebnis in der Corona-Pandemie deutlich steigern können.

Das Angebot der Post: 1,5 Prozent mehr für ein Jahr

Nach Angaben der Gewerkschaft wollte die Deutsche Post ihren rund 140.000 Beschäftigten zuletzt 1,5 Prozent mehr Geld für zwölf Monate anbieten. Dagegen hält Ver.di an einer Einkommenserhöhung von 5,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten fest. Zudem sollen Azubis und Dual-Studierende eine monatliche Erhöhung von 90 Euro erhalten.

Die Deutsche Post DHL hatte Anfang August gute Geschäftszahlen für das vergangene Quartal gemeldet. Insgesamt legte der Umsatz des Logistikkonzerns zwischen April und Juni um rund drei Prozent auf knapp 16 Milliarden Euro zu. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn erhöhte sich sogar um 14,6 Prozent auf 525 Millionen Euro. Wachstumstreiber war insbesondere der E-Commerce-Boom in der Coronakrise, der das Paketgeschäft anheizte.

caw/Reuters/dpa
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