Milliardeninvestition Deutsche Post DHL stockt Expressdienste auf

Wer es mit seinem Paket besonders eilig hat, kann den Expressversand nutzen. Weil das immer mehr Firmen und Privatkunden tun, baut der Logistikkonzern Deutsche Post DHL seine Infrastruktur aus.

DHL-Logistikzentrum in Bochum (Archivbild): Expressversand ist profitabelster Geschäftszweig
FRIEDEMANN VOGEL/EPA-EFE/REX

DHL-Logistikzentrum in Bochum (Archivbild): Expressversand ist profitabelster Geschäftszweig


Der Logistikkonzern Deutsche Post DHL will sein Geschäft mit Expressdiensten ausbauen. Pro Jahr werde künftig mehr als eine Milliarde Euro ausgegeben für Sortieranlagen, Flugzeuge und Fahrzeuge, teilte das Unternehmen mit.

Am Flughafen Köln/Bonn nahm der Konzern ein neues Drehkreuz offiziell in Betrieb, das für 123 Millionen Euro gebaut worden war. Jede Nacht kommen dort bis zu 14 DHL-Express-Maschinen an. Stärkster Express-Hub in Deutschland und Europa bleibt aber Leipzig mit bis zu 70 Maschinen pro Nacht.

Der Expressversand ist für die Deutsche Post DHL mittlerweile der profitabelste Geschäftszweig. Weltweit sind rund 100.000 Menschen in diesem Bereich des Bonner Konzerns beschäftigt und damit etwa jeder fünfte Konzernangestellte. Große Konkurrenten sind UPS und Fedex.

Vor allem Firmen nutzen Eilsendungen, um Verträge, Gutachten oder Ersatzteile mit garantierter Lieferzeit zu versenden. Privatkunden haben in dem Geschäftsmodell lange Zeit nur eine Nebenrolle gespielt, angesichts des boomenden Onlinehandels werden sie aber wichtiger.

Im Vergleich zur normalen Post und zu regulären Paketdiensten ist der Expressversand wesentlich teurer - und damit lukrativ für den Dienstleister. Allerdings steht er auch im Verdacht, die Umwelt durch die verstärkte Nutzung von Flugzeugen und Lkw mehr zu belasten. Der ökologische Sinn von Expresslieferungen hänge letztlich davon ab, welches Transportmittel zum Kunden eingesetzt werde, erklärte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in der Wochenzeitung "Die Zeit".

jki/dpa



insgesamt 6 Beiträge
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shardan 19.11.2019
1. Nur ein Beispiel
Nur ein Beispiel: Die Niederlande. Bei Versand bis 10:00 kann man die Zustellung am gleichen Tag (!) zubuchen. Mehrkosten bei einem kleinen Paket: 3 EUR. Hier überlegt man laut, die Zustellung nach Hause einzuschränken oder gar einzustellen. Es ist noch ein langer Weg bis zur echten Dienstleistung für Privathaushalte, den DHL eher rückwärts als vorwärts beschreitet.... Die Niederländer arbeiten ja auch nicht für Umme, also ist das wohl eher ein organisatorisches Problem.
holzghetto 19.11.2019
2. nunja....
ich schreibe das hier mal als ehemaliger DHL-Express-Fahrer. Die mehr als 100.000 Beschäftigten sind zu 95% bei Subunternehmern beschäftigt denn nur die Sortierer im Hub sind DHL-Angestellte. Ich habe 6 Monate Express ausgefahren und habe dann den neuen Vertrag dankend abgelehnt. Warum? Arbeitszeiten von 5.30-16 oder 17 Uhr waren keine Seltenheit. Oder halt von 10.30 bis 22.00 Uhr im Ausliefergebiet was bei mir ca. 80km vom Hub entfernt war. Termindruck (vor 8, bis 9, bis 12) und Stress bei den oft unvorhersehbar reinkommenden Abholungen (... bis 11 uhr). Ständig klingelndes Telefon vom Hub warum ich nicht schneller fahre. Hinzu kommt das ich einen Festlohn hatte und keine Überstunden bezahlt bekam. Klar war ich anfangs froh überhaupt einen Job zu haben aber ich war froh das ich ihn wieder los war. Ich hatte 98% Privatkunden und kaum Firmen. Wobei die Firmen freundlicher waren als die Privatkunden die bis 12 bestellten aber dann nicht da waren. Sich dann aber beschwerten weil ich vor 12 da war aber nicht geklingelt hatte.... Kann man gerne drauf verzichten.
tabori 20.11.2019
3. Landesgrenzen gibt es bei DHL noch
Innerhalb Deutschlands ist ja fast alles am nächsten Tag auch ohne Express da aber wehe es geht ein paar Meter über die Grenzen. Unsere Pakete nach Saargemünd zb gingen dann erst über Hannover nach Brüssel, weiter nach Paris und Metz, bis schließlich nach 5-7 Tagen zugestellt wurde. Der Ladenbesitzer selbst wohnte auf der deutschen Seite und hätte den Kram Zuhause am nächsten Tag bekommen können, durfte er aber wegen der Steuer nicht - einfach absurd. Da wäre noch viel Potenzial für DHL drin.
so-long 20.11.2019
4. Nl
Zitat von shardanNur ein Beispiel: Die Niederlande. Bei Versand bis 10:00 kann man die Zustellung am gleichen Tag (!) zubuchen. Mehrkosten bei einem kleinen Paket: 3 EUR. Hier überlegt man laut, die Zustellung nach Hause einzuschränken oder gar einzustellen. Es ist noch ein langer Weg bis zur echten Dienstleistung für Privathaushalte, den DHL eher rückwärts als vorwärts beschreitet.... Die Niederländer arbeiten ja auch nicht für Umme, also ist das wohl eher ein organisatorisches Problem.
hat ein Bruchteil der Fläche und ein Bruchteil der Bevölkerung.
sapiens-1 20.11.2019
5. Kann #2 holzghetto nur unterstützen!
Ich stehe auf der anderen Seite, bin Versender und arbeite mit nahezu allen großen Dienstleistern zusammen. Was da geschildert wird trifft absolut zu. Die Sub bzw Sub-sub oder Sub-Sub-Sub Unternehmerei nimmt zu und die am Ende der Kette stehenden Zusteller sind die Dummen. Am Morgen unter Zeitdruck zustellen, am Nachmittag unter Zeitdruck abholen und es soll alles perfekt klappen. Eigentlich kann ich nur Fedex bescheinigen, daß sie entspannte Fahrer haben, die auch nicht über ihre Firma klagen...armseelig für alle anderen! Diese an sich schöne Arbeit (hab so mein Studium verdient) ist vollkommen auf den Hund gekommen v.a. stehen die Löhne in keinem Verhältnis zur Leistung die verlangt wird. Aber die Gier der Subs und der Mutterfirmen ist viel zu groß....leider!
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