2172 Euro Sofortgehalt Deutsche Post will Schulabgänger werben

Wer Briefträger werden will, muss normalerweise eine zweijährige Ausbildung absolvieren. Die Deutsche Post will nun offenbar Schulabgängern ermöglichen, diese zu umgehen - und direkt ein Einstiegsgehalt zu bekommen.
Briefträger

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Foto: Philipp Schulze/ dpa

Die Deutsche Post hat Nachwuchsprobleme. Diese will sie einem Bericht der "Bild am Sonntag" zufolge nun lösen, indem sie Schulabgängern anbietet, direkt als Zusteller zu arbeiten - ohne klassische Ausbildung. Der Zeitung zufolge geht das aus vertraulichen Konzernunterlagen hervor.

Normalerweise müssen Postboten eine zweijährige Ausbildung zur "Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienste" (FKEP) machen. Stattdessen bekommen dem Bericht zufolge junge Schulabgänger dann sofort das Einstiegsgehalt als Zusteller, also 2172 Euro - mehr als doppelt so viel wie das Ausbildungsgehalt. Dort liegt das Gehalt ab Oktober bei 820 Euro im ersten Lehrjahr.

Beim neuen Angebot steigt man bei der Post direkt als Vollzeitmitarbeiter ein. Wer dann nach drei Monaten einen internen Wissenstest besteht, darf sich "zertifizierter Zusteller" nennen, heißt es im Entwurf einer Konzernbetriebsvereinbarung. Daneben bietet die Post weiterhin die klassische FKEP-Ausbildung an. Für beides sucht der ehemalige Staatskonzern 2018 insgesamt 1500 junge Leute.

Während die Post ihr neues Modell als "innovatives Konzept" lobt, sind Betriebsräte und Gewerkschaften nicht begeistert: Sie sprechen von einer Schmalspur-Qualifikation und fürchten, dass sich die Post absehbar ganz aus der Postboten-Ausbildung verabschiedet. Bislang weigern sich die Betriebsräte, eine Konzernbetriebsvereinbarung dafür zu unterschreiben.

kry
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