Nach Amazon-Coup Deutsche Post testet Mini-Drohne "Paketkopter"

Medikamente von einer Rheinseite auf die andere fliegen: Ebenso wie Online-Händler Amazon will auch die Deutsche Post künftig Drohnen einsetzen. Schon für kommende Woche sind einem Medienbericht zufolge erste Testflüge des "Paketkopters" geplant.
Paketkopter: Fliegt künftig eine Drohne die Pakete aus?

Paketkopter: Fliegt künftig eine Drohne die Pakete aus?

Foto: DHL

Bonn - Postangestellte in Bonn können ihre Erkältungsmedizin in wenigen Tagen auf recht futuristische Art und Weise zu sich kommen lassen. Die Deutsche Post DHL will fünf Tage lang mit ihren eigenen Mitarbeitern eine Paket-Drohne testen, berichtet der "General-Anzeiger". Der "Paketkopter" soll demnach Päckchen von einer Apotheke zur Unternehmenszentrale auf der anderen Rheinseite bringen.

Mitarbeiter der Post könnten aus neun Medikamenten auswählen, die Lieferung solle dann mit der Drohne zum Adressaten gebracht werden, heißt es in dem Bericht weiter. Trotzdem gebe es bislang noch keine konkreten Pläne, die Drohne im regulären Betrieb einzusetzen, sagte die Sprecherin. Das Projekt stehe noch ganz am Anfang. Künftig sei der Einsatz der Drohne für den Transport eiliger Arzneimittel oder an geografisch schwer zugänglichen Orten denkbar.

Erst vor wenigen Tagen hatte der Online-Händler Amazon angekündigt, künftig Päckchen mit Mini-Drohnen zustellen zu wollen. Sie sollten bestellte Ware binnen 30 Minuten zum Käufer bringen. Amazon-Gründer Jeff Bezos rechnet damit, die Pläne in vier bis fünf Jahren realisieren zu können. Auch der weltgrößte Paketdienst UPS denkt über den Einsatz fliegender Transportroboter nach.

Einsatzfelder für Drohnen gibt es aber auch außerhalb des Liefer-Geschäfts. So sollen sie etwa in der Polizeistreife, Werbefotografie und Gebäudewartung eingesetzt werden. Die US-Regierung hat bereits begonnen, Gesetze für eine zivile Nutzung unbemannter Flugobjekte zu lockern. Die Federal Aviation Administration, Amerikas zentrale Luftfahrtbehörde, prognostiziert, dass solche Drohnen ab 2015 im Einsatz sein könnten.

vks/dpa/Reuters
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