Tarifkonflikt bei der Post Briefträger starten Warnstreiks

Nun legen auch noch die Briefträger die Arbeit nieder. In mehreren Bundesländern sind Hunderte Post-Mitarbeiter in den Warnstreik getreten. Die Gewerkschaft Ver.di fordert kürzere Arbeitszeiten und höhere Löhne.
Post-Mitarbeiter im Warnstreik (April 2013): 36 Stunden sind das Ziel

Post-Mitarbeiter im Warnstreik (April 2013): 36 Stunden sind das Ziel

Foto: Christian Charisius/ dpa

So manche Briefkästen dürften an diesem Dienstag leer bleiben. Im Tarifkonflikt um kürzere Arbeitszeiten bei der Post haben Hunderte Angestellte die Arbeit niedergelegt. Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di fordert für die rund 140.000 Tarifbeschäftigten eine Wochenarbeitszeit von 36 statt bislang 38,5 Stunden. Zudem sollen die Löhne um 5,5 Prozent steigen.

Betroffen von den Ausständen seien unter anderem Niederlassungen in Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, teilte Ver.di mit. Auch in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern seien seit drei Uhr früh rund hundert Briefzusteller zum Warnstreik aufgerufen worden, konkret etwa 60 im Briefzentrum Lübeck und 40 im Briefzentrum Schwerin.

In den kommenden Tagen will die Gewerkschaft auch in weiteren Bundesländern streiken. Die Proteste seien bundesweit geplant, sagte ein Sprecher. Die Bundesbürger müssen sich damit auf Verzögerungen bei der Zustellung von Briefen und Paketen einrichten.

Die vierte Tarifrunde war am Samstag ergebnislos abgebrochen worden. Die Post hatte unter anderem angeboten, den Kündigungsschutz um drei Jahre bis Ende 2018 zu verlängern, weitere Erholungszeiten zu vereinbaren und den 24. und 31. Dezember wieder als arbeitsfreie Tage einzuführen. Ver.di lehnt das Angebot ab und bezeichnet es als Mogelpackung. Mitte kommender Woche, am 20. und 21. Mai, wollen die Tarifpartner in Königswinter bei Bonn weiter verhandeln.

Allerdings will die Deutsche Post   den Anstieg der Löhne eigentlich deutlich bremsen. Der Konzern pocht darauf, bei den Lohnkosten den Abstand zu deutlich billigeren Wettbewerbern zu verringern. Man brauche eine Tarifvereinbarung, die die Wettbewerbsfähigkeit vor allem im deutschen Paketgeschäft sichern helfe, sagte Finanzchef Larry Rosen am Dienstag in einer Telefonkonferenz. Personalchefin Melanie Kreis hatte vorgerechnet, die Forderungen von Ver.di würden 600 Millionen Euro zusätzlich kosten.

fdi/dpa/Reuters
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