Post- und Paketgeschäft Deutsche Post will 5000 neue Stellen schaffen

Die Deutsche Post kündigt wegen des boomenden Onlinehandels Tausende zusätzliche Jobs an. Gleichzeitig soll der Billigzusteller Delivery eine große Rolle spielen.

Streetscooter der Deutschen Post
SASCHA STEINBACH/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Streetscooter der Deutschen Post


Die Deutsche Post plant, in diesem Jahr mindestens 5000 neue Vollzeitstellen im Post- und Paketgeschäft zu schaffen. Ziel sei es, die Qualität der Zustellung auf der "letzten Meile" deutlich zu erhöhen, teilte das Unternehmen mit.

Der Konzern wolle damit auch Spitzenzeiten besser bewältigen und sich gegen krankheitsbedingte Ausfälle wappnen. Ein wichtiger Punkt sei dabei die eigene Ausbildung und spätere Einstellung von 450 Lastwagenfahrern, um den Arbeitskräftemangel in der Transportbranche auszugleichen.

Bereits 2016 hatte das Unternehmen 100.000 neue Jobs versprochen. Nun gab es an, im vergangenen Jahr rund 5000 Stellen im Paket- und Postbereich geschaffen zu haben.

Ende Februar hatte die Deutsche Post zudem angekündigt, ihren Paketversand mit demjenigen der Billigtochter Delivery zusammenzulegen. Damit könnten Angestellte, die bei der Post nach Haustarifvertrag angestellt sind, direkt neben denen der Tochterfirma Delivery arbeiten - auch wenn letztere etwa ein Viertel weniger Lohn erhalten.

Arbeitsminister Hubertus Heil hatte die Arbeitsbedingungen in der Paketbranche kritisiert und ein Gesetz für Sozialstandards angekündigt. Danach sollen auftraggebende Firmen auch für die Arbeitsbedingungen bei allen Subunternehmen verantwortlich gemacht werden.

Die Deutsche Post reagiert auch anderweitig auf den Paketboom im Onlinehandel. So plant sie bundesweit mit weiteren 500 Partnerfilialen und Paketshops sowie 1000 zusätzlichen Packstationen. Außerdem würden neue Filialkonzepte wie Selbstbedienungsautomaten und Drive-in-Stationen zur Einlieferung und Abholung von Sendungen getestet. Noch in diesem Jahr will der Konzern die Zahl der Elektrofahrzeuge vom Typ Streetscooter für die Zustellung in Deutschland von 9000 auf 15.000 erhöhen.

mal/dpa/Reuters



insgesamt 9 Beiträge
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Kanalysiert 05.03.2019
1.
Ein Viertel weniger Lohn? Die bisherigen DHL_Zusteller verdienen doch so schon viel zu wenig für einen körperlich kaputtmachenden Job. Das ist supermies und ich rate mal - Neuverträge gibt es dann nur noch beim Billigheimer? Armes reiches Deutschland - mit Vollzeitjob direkt in die Altersarmut, die dann vom Steuerzahler wieder aufgestockt werden muss. Irre, wie sich die Politik vor solchen Sauereien einfach wegduckt und immer nur PR Ankündigungen macht, nach denen nichts Relevantes passiert.
salsaclub 05.03.2019
2. Die entscheidende Frage
Ist doch wohl, wer will da arbeiten? Das Zuammenlegen mit der Billigtochter lässt doch eher nicht erwarten, dass da Jobs mit vernünftiger Bezahlung entstehen werden. Die Post lernt einfach überhaupt nichts dazu.
sagichned 05.03.2019
3. interessant
und das nachdem in unserer Stadt die letzte Postfiliale geschlossen wurde.
harribua 05.03.2019
4. Schämt euch
unsere politiker sollten sich schämen nochmehr Billiglohnbeteiligungen zu erlauben. Letztendlich zahlt dann der Steuerzahler die erforderlichen Aufstockungen. Das Wort "Billig" ist negativ belegt, denn auch die erhaltene Qualität ist dann billig aber inzwischen üblich in der Servicewüste Deutschland.
Freier.Buerger 05.03.2019
5. Auf der letzten Rille
Kann es sein, dass wir per Aufstocken, Wohngeld, Grundrente u.ä. den Online-Versandhandel subventionieren?
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