Unternehmensumbau Zusteller der Deutschen Post sollen in neuen Betrieb ausgelagert werden

Die Deutsche Post legt Briefzusteller mit den Mitarbeitern aus der Billig-Tochterfirma Delivery zu einem Betrieb zusammen. Gewerkschaften befürchten eine "Aushöhlung der Tarifverträge".
Briefträger in Düsseldorf

Briefträger in Düsseldorf

Foto: A3276 Martin Gerten/ dpa

Die Deutsche Post plant offenbar einen großen Umbau. Einem Bericht der Tageszeitung "Welt" zufolge gründet der Konzern einen neuen Gesamtbetrieb für die Zustellung von Briefen und Paketen. Darin sollen die nach Haustarifvertrag angestellten Mitarbeiter der Deutschen Post Aktiengesellschaft unmittelbar mit den Kollegen der vor zwei Jahren gegründeten Billig-Tochterfirma Delivery zusammenarbeiten. Diese Pläne sollen bereits zum 1. Mai umgesetzt werden.

Die Gewerkschaften blicken kritisch auf dieses Vorhaben, da künftig unter dem Dach ein und derselben Postniederlassung dann Kollegen mit unterschiedlichen Stundenlöhnen oder Wochenarbeitszeiten arbeiten. Die Gewerkschaften sehen dahinter laut "Welt" das Ziel des Managements, Löhne zu drücken und Arbeitsbedingungen zu verschlechtern.

"Wir befürchten, dass das Lohnniveau bei der Post auf Dauer abgesenkt werden soll", sagte Christina Dahlhaus, Bundesvorsitzende der Fachgewerkschaft DPVKOM. Sie sah dies als "Einstieg in die weitere Aushöhlung der Tarifverträge der Deutschen Post AG".

Seit 2015 arbeiten laut Post etwa zehntausend Paketzusteller in 46 Tochtergesellschaften namens DHL Delivery. Sie werden nach regionalen Tarifverträgen aus dem Speditionsbereich bezahlt, die sehr unterschiedliche Regelungen beim Gehalt und der Arbeitszeit vorsehen.

Daneben gibt es laut Gewerkschaft Verdi noch 7650 Paketzusteller, die nach dem bundeseinheitlichen Hausvertrag der Deutschen Post AG bezahlt werden. Letztere verdienen laut Schätzungen im Schnitt etwa ein Fünftel mehr als ihre Delivery-Kollegen.

Diese betriebliche Trennung soll nach den Post-Plänen nun aufgehoben werden, während die tariflichen Unterschiede bestehen bleiben sollen. Dann gäbe es einen Chef und einheitliche Arbeitspläne bei unterschiedlichen Arbeitszeiten und Pausenregelungen - eine "sehr komplizierte Aufgabe", wie eine Verdi-Sprecherin sagte.

hej/dpa-AFX