Hochkonjunktur auf dem Bau Deutsche Unternehmen steigern Produktion

Trotz der schwächelnden Konjunktur hat die deutsche Industrie ihre Gesamtproduktion im März gesteigert. Treiber war vor allem die Bauindustrie. Ökonomen warnen vor zu viel Optimismus.

Wohnungsbau in Hamburg
Daniel Reinhardt / DPA

Wohnungsbau in Hamburg


Aus der deutschen Wirtschaft gibt es unerwartet positive Zahlen: Die Unternehmen haben ihre Produktion im März trotz sinkender Industrieaufträge hochgefahren. Vor allem die boomende Baubranche sorgt derzeit für Wachstum. Hier gab es im März ein Plus von 1,0 Prozent, während die Industrie 0,4 Prozent mehr herstellte.

Industrie, Bau und Energieversorger stellten im März zusammen 0,5 Prozent mehr her als im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt mit. Analysten hatten im Mittel dagegen einen Rückgang um 0,5 Prozent erwartet. Allerdings wurde zugleich der Zuwachs im Vormonat von 0,7 auf 0,4 Prozent korrigiert.

Wegen der mauen Auftragslage zeigt sich das Bundeswirtschaftsministerium insgesamt skeptisch. "Es ist weiter von einer gedämpften Industriekonjunktur in den kommenden Monaten auszugehen", hieß es.

Auch Ökonomen bleiben skeptisch

Auch Ökonomen warnten vor Optimismus und verwiesen angesichts der internationalen Handelskonflikte auf die Exportabhängigkeit Deutschlands. "Die deutsche Industrie ist noch nicht aus dem Schneider", sagte Oliver Rakau vom Analysehaus Oxford Economics.

Die Industrie hatte zwar im März nach zwei deutlichen Rückgängen in Folge wieder ein Auftragsplus geschafft und 0,6 Prozent mehr Bestellungen eingesammelt als im Februar. Dennoch werten Ökonomen dies noch nicht als Wende zum Besseren. Denn die globale Konjunkturabkühlung macht den Unternehmen zu schaffen.

"Die schlechte Stimmung bei den Unternehmen und die schwache Entwicklung der Aufträge seit Jahresbeginn sprechen dafür, dass die Produktion in der Industrie in den kommenden Monaten noch einmal merklich fallen wird", sagte Commerzbank-Experte Ralph Solveen. "Ein Ende der Konjunkturschwäche signalisieren die heutigen Zahlen also sicherlich noch nicht."

Die Aussichten für die globale Konjunktur haben sich aber etwas verbessert. Das Barometer für das Weltwirtschaftsklima des Ifo-Instituts stieg im zweiten Quartal nach vier Rückgängen in Folge. "Im Jahresverlauf dürfte sich damit die Weltkonjunktur allmählich wieder festigen", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Weltwirtschaft dürfte den knapp 1300 befragten Experten zufolge 2019 um 3,4 Prozent wachsen.

mmq/Reuters/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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krautrockfreak 08.05.2019
1. Was vor allem steigt ist die "Pfusch-Rate" - Hauptsache schnell gebaut
und nach mir die Sintflut... Dieser Bauboom wirkt sich massiv auf die Qualität aus, denn der Handwerker hat fast nichts zu befürchten, wenn er schlampig arbeitet, man ist froh, dass überhaupt noch jemand auf der Baustelle ist. Und nein, das ist nicht übertrieben, das ist Realität mittlerweile!
Stealthman 08.05.2019
2. Mich würde ...
Zitat von krautrockfreakund nach mir die Sintflut... Dieser Bauboom wirkt sich massiv auf die Qualität aus, denn der Handwerker hat fast nichts zu befürchten, wenn er schlampig arbeitet, man ist froh, dass überhaupt noch jemand auf der Baustelle ist. Und nein, das ist nicht übertrieben, das ist Realität mittlerweile!
... bei dieser Unterstellung interessieren woran Sie das feststellen und womit Sie Ihre Aussage begründen können???
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