Bruttoinlandsprodukt Wirtschaft wächst nur noch homöopathisch

Ein stärkerer Konsum schiebt die Wirtschaft in Deutschland an - doch schwächelnde Exporte machen das Geschäftsplus zunichte. Das Wirtschaftswachstum lässt nach.
Arbeiter auf einer Baustelle in Hamburg

Arbeiter auf einer Baustelle in Hamburg

Foto: Daniel Bockwoldt/ picture alliance / dpa

Das Wirtschaftswachstum in Deutschland hat sich im dritten Quartal verlangsamt. Im Vergleich zum Vorquartal legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um lediglich 0,2 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Demnach schoben private und staatliche Konsumausgaben die Wirtschaft an, auch der Bauboom half, die Exporte gingen jedoch zurück.

Ökonomen hatten im Schnitt mit einem etwas stärkeren Plus von 0,3 Prozent im dritten Quartal gerechnet. Im zweiten Vierteljahr hatte das Bruttoinlandsprodukt noch um 0,4 Prozent zugelegt und zum Jahresanfang um 0,7 Prozent.

Zuletzt hatten Unternehmen in Deutschland weniger zuversichtlich in die Zukunft geblickt. Die lahmende Weltkonjunktur machte sie pessimistischer. Gerade das schwächere Wachstum in vielen Weltregionen sowie politische Krisen schürte Sorgen. Auch der Brexit gilt immer noch als Risiko für die deutsche Wirtschaft.

Die Unternehmen investierten zwischen Juli und September etwas weniger in Maschinen und andere Ausrüstungen. Während die Exporte sanken, stiegen die Importe. Analysten erwarten jedoch, dass dies nur eine Delle ist. "Die letzten Stimmungsindikatoren signalisieren, dass die deutsche Wirtschaft weiterhin laufen und im vierten Quartal zulegen wird", sagte Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim. "Konsum und Bau tragen das Wachstum."

Vor allem stimmten die zuletzt verbesserten Frühindikatoren für die Konjunktur die Marktbeobachter positiv. Daher fordert Alexander Krüger, Analyst vom Bankhaus Lampe: "Die Bundesregierung sollte die vorerst günstig bleibende Konjunktur für Reformen nutzen."

kig/AFP/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.