Konjunktur Deutsche Industrieaufträge gehen den sechsten Monat in Folge zurück

Nächster Tiefschlag für die Konjunktur: Die deutsche Industrie verzeichnet den sechsten Monat nacheinander weniger Bestellungen. Auch die wichtigen Pkw-Neuzulassungen sinken weiter.
Monteure setzen Fahrräder zusammen

Monteure setzen Fahrräder zusammen

Foto: Peter Endig / DPA

Die Wirtschaft in Deutschland schwächelt nach wie vor: Den sechsten Monat in Folge sind die Aufträge der Industriebetriebe zurückgegangen. Der Bestand nahm im Mai um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat ab, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. Als Bestand wird die Summe der Auftragseingänge eines Monats gewertet, die bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu Umsätzen geführt haben und die nicht storniert wurden.

Der Grund für den Rückgang war eine schwache Nachfrage sowohl aus dem In- als auch aus dem Ausland. Der deutschen Industrie machen die schwächere Weltkonjunktur und Handelskonflikte sowie Risiken wie der Brexit zu schaffen.

In den einzelnen Industriebranchen fiel die Entwicklung aber sehr unterschiedlich aus. Bei Herstellern von Vorleistungsgütern wie Chemikalien gab es einen Rückgang von 0,6 Prozent, bei Herstellern von Investitionsgütern wie Maschinen von 0,3 Prozent. Die Konsumgüterhersteller meldeten dagegen ein Wachstum von 0,4 Prozent.

Pkw-Neuzulassungen sinken weiter

Unterdessen hat der europäische Automarkt im Juni erneut einen deutlichen Rückschlag erlitten. In der EU wurden 1,45 Millionen Pkw neu zugelassen - das waren knapp acht Prozent weniger als im Vorjahresmonat, teilte der europäische Branchenverband Acea mit.

Zum großen Teil sei das Minus aber auf einen sogenannten Kalendereffekt zurückzuführen, hieß es aus dem Verband. Im Juni habe es durchschnittlich nur 19 Verkaufstage gegeben, vergangenes Jahr waren es demnach zwei Tage mehr. Aber auch im bisherigen Jahresverlauf steht nach dem ersten Halbjahr ein Minus von 3,1 Prozent zu Buche.

Seit der Einführung des neuen Abgas- und Verbrauchsprüfverfahrens WLTP im vergangenen September gehen die Werte zurück. Mehrere große Hersteller, vor allem Volkswagen, hatten seit der Umstellung viele Modelle wegen fehlender Zertifizierungen nicht liefern können. Produktionsausfälle belasten die Konjunktur der Branche in Europa seitdem deutlich.

Im Juni gab es den Angaben zufolge in Deutschland 4,7 Prozent weniger Zulassungen, auch in den weiteren großen Märkten Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien sanken die Zahlen. Bei den Herstellern verzeichnete der VW-Konzern mit all seinen Fahrzeugmarken ein Minus von 9,5 Prozent, ähnlich sah es bei BMW aus.

hej/Reuters/dpa
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