Generaldirektorenstelle Deutschland beansprucht Chefposten bei Bankenaufsicht

Die Führungsmannschaft der künftigen europäischen Bankenaufsicht soll auch mit einem Deutschen besetzt werden. Die Bundesregierung beansprucht einen der vier Generaldirektorenposten in dem Gremium bei der EZB, berichtet das "Handelsblatt". Mit potentiellen Kandidaten sei bereits gesprochen worden.

EZB-Zentrale in Frankfurt am Main: Bankenaufsicht auch unter deutscher Führung
REUTERS

EZB-Zentrale in Frankfurt am Main: Bankenaufsicht auch unter deutscher Führung


Berlin - Deutschland beansprucht offenbar einen zentralen Posten in der künftigen europäischen Bankenaufsicht. Die Bundesregierung wolle einen der vier Generaldirektoren der Behörde stellen, berichtet das "Handelsblatt". "Ziel ist es, eine dieser Schlüsselpositionen mit einem deutschen Vertreter zu besetzen", zitiert die Zeitung einen ranghohen Regierungsvertreter.

Dem Blatt zufolge sucht das Bundesfinanzministerium in Absprache mit der Finanzaufsicht BaFin und der Bundesbank bereits seit einigen Wochen nach geeigneten Kandidaten. Erste Gespräche mit potentiellen Anwärtern habe es gegeben, eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

Die neue europäische Bankenaufsicht unter dem Dach der Europäischen Zentralbank (EZB), die dann die 128 wichtigsten Geldhäuser Europas überwacht, soll im November kommenden Jahres ihre Arbeit offiziell aufnehmen. Die Leitung übernimmt die Französin Danièle Nouy, bisher Chefin der Finanzaufsicht in ihrem Heimatland. Wer ihr Stellvertreter wird, ist noch offen. Fest steht nur, dass ein Mitglied des sechsköpfigen EZB-Direktoriums den Posten übernehmen soll. Die größten Chancen werden dem Luxemburger Yves Mersch, dem EZB-Vize Vítor Constâncio sowie dem Belgier Peter Praet, dem Chefvolkswirt der Notenbank, eingeräumt.

Unterstützung bekommt die Bundesregierung bei ihrer Forderung demnach auch aus der EZB. Unter Berufung auf Notenbankkreise berichtet die Zeitung, dass auch EZB-Direktor Jörg Asmussen für das Ansinnen Berlins werbe, einen Generaldirektor in der künftigen zentralen Bankenaufsicht zu stellen. Die Bewerbungsfrist für die wichtigen Positionen ist bereits abgelaufen.

nck/Reuters

insgesamt 3 Beiträge
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spiegelneuronen 28.11.2013
1. Personalchef krank?
Zitat von sysopREUTERSDie Führungsmannschaft der künftigen europäischen Bankenaufsicht soll auch mit einem Deutschen besetzt werden. Die Bundesregierung beansprucht einen der vier Generaldirektorenposten in dem Gremium bei der EZB, berichtet das "Handelsblatt". Mit potentiellen Kandidaten sei bereits gesprochen worden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutschland-beansprucht-chefposten-bei-europaeischer-bankenaufsicht-a-936067.html
Ja, Asmussen hat sich ja schon in der Sache Hypo Real-Estate für´s ganz große Desaster empfohlen. Nun also nicht nur bei der deutschen, sondern gleich bei der Kontrolle der europäischen Banken versagen zu dürfen - das hat schon was. In der EU gibt es auch keinen Untersuchungsausschuss, den der Bundestag wieder beantragen könnte. Deutschland und Frankreich mit ihren, in der Bankenkrise (statt des entstellenden Wortes: Eurorettung) involvierten Banken sind natürlich prädestiniert. Vielleicht sollte man mal ZWINGEND veröffentlichen, welche Banken noch vom ESM begünstigt wurden. Würde den Steuerzahler schon interessieren.
derbergischelöwe 28.11.2013
2. Das geht doch gar nicht!
An allen europäischen bzw. internationalen Schaltstellen an deutsche Steuergeld verteilt wird darf doch kein Deutscher sitzen. Ob IWF, Bankenaufsicht innerhalb der EZB usw.. Da gehören Franzosen hin oder höchsten noch Italiener. Wir sind kein souveräner Staat mehr und brauchen jetzt auch keinen deutschen Scheinreisen mehr in irgendwelchen Gremien. Und wenn dann eurofanatiker die die Interessen des eigenen Landes hinten anstellen, also Leute wie Asmuss, Schäuble & Co.
seluona 28.11.2013
3. Endlich
es wird Zeit das die Aufsichtsbehörde wieder deutsch spricht, wobei es sowieso ein Unding ist, das die Sprache des Zahlmeisters nicht mal EU-Sprache ist.
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