Von wegen Holland Deutsche vor neuem Rekord beim Käseexport

Kein anderes Land führt so viel Käse aus wie Deutschland - und die Nachfrage steigt weiter. Das liegt auch an neuen Märkten in Asien. Für die Bauern birgt die Exportstärke aber Gefahren.

Käse aus Deutschland ist begehrt (Symbolbild)
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Käse aus Deutschland ist begehrt (Symbolbild)


Deutscher Käse bleibt ein Exportschlager. Obwohl die deutschen Bauern wegen des Preisverfalls die Milchproduktion reduziert hatten, erwartet die Industrie, dass der Höchststand bei den Ausfuhren aus dem Jahr 2016 noch einmal übertroffen wird. Im vergangenen Jahren wurden knapp 1,2 Millionen Tonnen Käse exportiert. Von Januar bis Ende Juli sind die Exporte nach den Zahlen des Milchindustrie-Verbands um 1,7 Prozent auf 714.000 Tonnen gestiegen.

"Es läuft gut, auch wenn Käse teurer geworden ist", sagt Hauptgeschäftsführer Eckhard Heuser. Die Erzeugerpreise für Milch sind seit dem Preistief im Sommer 2016 wegen des zwischenzeitlichen Produktionsrückgangs stark gestiegen. In den vergangenen fünfzehn Jahren haben sich die Käseexporte laut Heuser verdoppelt, kein anderes Land führt mehr Käse aus als die Bundesrepublik.

Der Großteil geht in das restliche Europa. Doch in den traditionellen Märkten läuft das Geschäft nicht so gut, das Plus belief sich bis Ende Juli auf 0,26 Prozent.

Gestiegene Nachfrage aus Südkorea

Der außereuropäische Markt spielt nach wie vor eine kleine Rolle, doch dort sind die Wachstumsraten am höchsten. Der Spitzenreiter unter den größeren Abnehmerländern in Übersee ist in diesem Jahr bislang Südkorea mit einem Plus von fast 80 Prozent.

Das Bundesland mit den meisten Milchbauern ist Bayern, ein großer Hersteller ist die Allgäuer Hochland-Gruppe. Das Familienunternehmen verkauft jährlich gut 300.000 Tonnen Käse und setzte damit 2016 knapp 1,2 Milliarden Euro um. Hochland sieht mehrere Ursachen für die weltweit steigende Nachfrage - eine davon ganz einfach "die wachsende Weltbevölkerung", sagt Sprecherin Petra Berners erklärt. "Es wächst also schlicht die Zahl der Verbraucher."

Steigendes Einkommen, mehr Käsekonsum?

Und außerdem entwickelt sich die Liebe zum Käse offensichtlich im Gleichschritt mit dem Einkommen: In Ländern mit steigenden Haushaltseinkommen steige generell die Konsumfreude und damit auch der Käseabsatz, sagt Berners.

Für die Milchbauern ist die Exportstärke ein zweischneidiges Schwert. Schwächeln die Auslandsmärkte, rutschen die Landwirte in die Krise. Denn in der Bundesrepublik wird mehr Käse hergestellt als gegessen: Der sogenannte Selbstversorgungsgrad liegt nach Zahlen der Export-Union für Milchprodukte bei 117 Prozent, in Bayern wird sogar dreimal mehr Käse produziert als verbraucht.

Im vergangenen Jahr waren die Erzeugerpreise für Milch auf einen Tiefstand abgestürzt, 2017 sind die Preise wieder kräftig gestiegen. Denn einerseits hatten die europäischen Milchbauern krisenbedingt die Produktion heruntergefahren, gleichzeitig stieg die weltweite Nachfrage.

mho/dpa



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