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20. September 2018, 15:57 Uhr

Erneuerbare Energien

Deutschland kurz vor Solarstrom-Rekord

Der Sommer war sehr groß - und scheint immer noch nicht ganz vorbei zu sein. Deshalb könnte die Solarbranche in Deutschland schon Ende September so viel Strom erzeugt haben wie im gesamten Vorjahr.

Die deutschen Solarstrom-Erzeuger steuern auf ein Rekordjahr zu. Bereits Ende September dürfte die Erzeugung das Niveau des gesamten Jahres 2017 erreichen, schätzt der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW). Man erwarte, dass das Wetter bis zum Monatsende weiter viele sonnige Abschnitte biete.

In diesem Fall dürften schon nach drei Quartalen etwa 40 Milliarden Kilowattstunden Strom aus der Sonnenenergie stammen. Schon für die erste Jahreshälfte hatte der Netzbetreiber 50Hertz eine Produktionssteigerung im Norden und Osten von Deutschland um knapp 22 Prozent gemeldet.

Die Solarkraft ist neben Windkraft, Biogas, Wasserkraft und Geothermie eine Säule der Energiewende. Mit etwa sechs Prozent ist ihr Anteil am Stromverbrauch jedoch vergleichsweise gering. Carsten Körnig sagte mit Blick auf die absehbare Rekordstrommenge, es habe zuletzt eine "spürbar anziehende Photovoltaik-Nachfrage" gegeben.

Solarstrom soll billiger werden

Weil es in früheren Jahren - angetrieben auch durch staatliche Förderung - zu einem überhitzten Boom gekommen war, hat die Politik gedeckelte Ausbauziele sowie die Ausschreibung möglichst günstiger neuer Projekte in Auktionen festgelegt. Körnig mahnte trotz der guten Produktionswerte daher: "Nach Erfolgen bei der Kostensenkung ist jetzt der Zeitpunkt für eine politische Neubewertung und eine deutliche Beschleunigung des Solartechnik-Ausbaus gekommen."

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft rechnet damit, dass Solarstrom für die Verbraucher billiger werden könnte. Ein Grund dafür sei das Auslaufen der EU-Schutzzölle auf chinesische Photovoltaik-Anlagen.

Die europäische Solarbranche hatte sich lange gegen preiswerte importierte Technik aus China gewehrt. Mittlerweile sanken aber auch für heimische Hersteller die Produktionskosten. Viele Firmen können allerdings nicht mehr gewinnbringend wirtschaften. Deutschlands einst größter Solarzellen-Hersteller Solarworld stellte bereits die Produktion ein.

beb/dpa

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