Branchenverband nennt Lage »existenzbedrohend« Kostensteigerungen bedrohen Süßwarenindustrie

Anziehende Kosten für Rohstoffe und Lieferprobleme treffen laut Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) zahlreiche Unternehmen hart. In der Branche sind rund 50.000 Menschen beschäftigt.
Der Griff zur Praline dürfte wegen steigender Preise noch mehr zum Luxus werden

Der Griff zur Praline dürfte wegen steigender Preise noch mehr zum Luxus werden

Foto: Daniel Naupold / dpa

Stark steigende Preise und Lieferprobleme: Die mittelständisch geprägte Süßwarenindustrie in Deutschland steht vor großen Problemen.

Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) teilte mit , schon während der Pandemie hätten sich Energie, Agrarrohstoffe, Verpackungen sowie Transport und Logistik massiv verteuert. Der Ukrainekrieg verschärfe die Situation jedoch drastisch. Diese Belastungen »treffen die Betriebe in der Breite und immer häufiger in existenzbedrohendem Maße«.

Im April seien die Preise für wichtige Rohstoffe für Süßwaren weiter gestiegen: für Sonnenblumenöl um 151 Prozent, für Butter um 78,4 Prozent, für Palmöl um 73,3 Prozent, für Weizen um 71,8 Prozent und für Magermilchpulver um 69,6 Prozent.

Einer BDSI-Umfrage zufolge melden 83 Prozent der Unternehmen Engpässe bei Verpackungsmaterialien. Etwa 72 Prozent verzeichnen demnach ernsthafte Versorgungsprobleme mit Rohstoffen wie Weizen, Pflanzenölen, Glukose, Eiern und Milchpulver.

Rund 50.000 Arbeitsplätze

Angesichts dieser Herausforderungen forderte der BDSI-Vorsitzende und Katjes-Chef Bastian Fassin, der Bund müsse der Stärkung der heimischen Wirtschaft oberste Priorität einräumen. »Denn nur dann können Arbeitsplätze und Investitionen am Standort Deutschland langfristig gesichert werden.« Immer neue Auflagen könnten in der jetzigen Situation gerade die kleineren und mittleren Unternehmen nicht mehr zusätzlich stemmen.

In der Süßwarenindustrie in Deutschland sind rund 50.000 Menschen  beschäftigt.

dam/Reuters
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