Prüfer ohne Geld Zahl der Lebensmittelkontrollen sinkt deutlich

Wegen der Bakterien bei Wurst und Milch stehen Lebensmittelkontrollen derzeit besonders im Fokus. Aktuelle Zahlen zeigen: Ihre Zahl sinkt seit Jahren.

Auch bei sensiblen Produkten ist die Zahl der Kontrollen in Deutschland rückläufig
Friso Gentsch / DPA

Auch bei sensiblen Produkten ist die Zahl der Kontrollen in Deutschland rückläufig


Europäische Verbraucherschützer kritisieren die sinkende Zahl von Lebensmittelkontrollen in Deutschland und weiteren EU-Ländern. Ein Grund dafür sei fehlendes Geld für regelmäßige Kontrollen. Das geht aus einem Bericht des EU-Verbraucherverbandes BEUC hervor. Die Finanzmittel für Kontrollen gingen seit Jahren zurück.

"Sogar Produkte, die leicht zu Lebensmittelvergiftungen führen wie Fleisch, Eier und Milchprodukte, werden immer seltener kontrolliert", kritisierte BEUC-Generaldirektorin Monique Goyens. Der Bericht untersucht die Lage in zwölf vornehmlich westeuropäischen Ländern.

20 Prozent weniger Kontrollen in Deutschland als 2007

In Deutschland gab es 2017 dem Bericht zufolge rund 225.000 Kontrollen weniger als noch zehn Jahre zuvor. Das entspricht einem Rückgang um mehr als 20 Prozent, obwohl die Zahl der Unternehmen in etwa konstant blieb.

Nachdem beim hessischen Wursthersteller Wilke vor einigen Wochen Listerien gefunden worden waren, gerieten deutsche Lebensmittelkontrolleure in die Kritik. Ihnen wurde vorgeworfen, die Staatsanwaltschaft zu spät über Mängel informiert zu haben.

Lesen Sie hier, wie gefährlich Billigfleisch aus dem Supermarkt sein kann

Eine seit Längerem geplante und am 14. Dezember in Kraft tretende EU-Verordnung für Lebensmittelkontrollen soll die Situation in Europa verbessern. Demnach sollen Standards für Kontrollen in allen EU-Länder vereinheitlicht werden. Sanktionen für Verstöße und Betrugsfälle in Lebensmittelbetrieben sollten "wirksam, verhältnismäßig und abschreckend" sein, heißt es in dem Gesetz.

Der Verbraucherverband begrüßte die Verordnung, forderte aber weitere Schritte. Das Vertrauen der Verbraucher in Lebensmittel könne etwa durch standardisierte Hygiene-Label für Restaurants, Cafés und Bars verbessert werden. In Ländern wie Großbritannien, Dänemark und Norwegen hätten sich solche Maßnahmen bewährt. Die Verordnung stelle den EU-Staaten die Einführung einer solchen Regelung aber frei.

flg/dpa-AFX

insgesamt 7 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
proffessor_hugo 22.10.2019
1.
Neue Antibiotika wird nicht mehr entwickelt, die Lebensmittel werden nicht mehr kontrolliert. Das ist der effektivste Weg, die Natur vor allzu vielen Individuen der Gattung Homo ignorans ignorans zu bewahren !
Stereo_MCs 22.10.2019
2. Sparen
Frau Klöckner setzt nur das um, was schon seit Jahren Usus in der Union ist. Eine Schande. Polizei, Justiz, Bildung, solche Institutionen... alles wird kaputt gespart. Wohlgemerkt bei sprudelnden Steuereinnahmen. Ist ja auch alles nicht so wichtig und wird überbewertet. Aber den Cum-Ex und Cum-Cum Ganoven, konnte man über 10 Jahre locker 50 Milliarden, oder anders, 50.000 Millionen Euro, also quasi Peanuts, in den Rachen werfen. Danke Frau Merkel und ihrer Union für so viel Richtlinienkompetenz.
beckersheinz215 22.10.2019
3. Dieser Staat...
Dieser Staat und die Parteien gehören dringend auf den Prüfstein gestellt! Da wird vorne immer mehr reingesteckt und hinten kommt immer weniger raus. Wenn dieser absurde Fall vorliegt in einem System (egal welcher Art, ein Motor der immer mehr verbraucht aber immer weniger PS hat wäre auch so ein System!), muss alles schonungslos hinterfragt werden. Denn dann liegt entweder irgendwo eine massive Störung vor, die gefunden werden muss, oder wir haben es mit Betrug zu tun! Bei dem Verhalten des Staats hinsichtlich cum-cum/cum-ex, dem Umsatzsteuerbetrug, Unternehmens- und Kapitalmarktbesteuerungen etc.pp ist der Verdacht, dass "die Politik" an einem großangelegten Raubzug der Super-Eliten Mittäterschaft leistet, nicht abwegig.
max-mustermann 22.10.2019
4.
Zitat von Stereo_MCsFrau Klöckner setzt nur das um, was schon seit Jahren Usus in der Union ist. Eine Schande. Polizei, Justiz, Bildung, solche Institutionen... alles wird kaputt gespart. Wohlgemerkt bei sprudelnden Steuereinnahmen. Ist ja auch alles nicht so wichtig und wird überbewertet. Aber den Cum-Ex und Cum-Cum Ganoven, konnte man über 10 Jahre locker 50 Milliarden, oder anders, 50.000 Millionen Euro, also quasi Peanuts, in den Rachen werfen. Danke Frau Merkel und ihrer Union für so viel Richtlinienkompetenz.
Danke dem ist nichts hinzu zu fügen außer das die Mehrheit der Wähler das offensichtlich genau so will sonst würde sie ja mal was anderes wählen.
querdenker13 22.10.2019
5. Mehr Kontrolle
Um Gottes Willen, doch nicht mit der CDU/CSU und FDP. Denn dann könnten, nein werden, noch mehr Sauereien aufgedeckt und dass kostet Geld, was anschließend nicht mehr den oben genannten Parteien gespendet werdden kann. Deswegen müssen die Kontrollen noch weiter zurück gefahren weren um die Spender zu schützen. Das gleiche Spiel kennt man doch von den Steuerfahndern, welche auch auf Geheiß der C-Pareien entlassen bzw. versetzt wurden. Das Motto dieser drei Parteien lautet: Wegen einer möglichen A´n´s´c´h´l´u´s´s´v´e´r´w´e´n´d´u´n´g müssen unsere pontentillen zukünftigen Arbeitgeber geschützt werden.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.