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Deutsche Bahn DGB-Chef kritisiert Lokführer

Reiner Hoffmann fordert die GDL auf, im Tarifstreit wieder zu verhandeln. Der Streik spalte die Belegschaft – und diene nicht ihren Interessen.
aus DER SPIEGEL 34/2021
GDL-Chef Weselsky mit Streikenden

GDL-Chef Weselsky mit Streikenden

Foto: Carsten Koall / Getty Images

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann, zweifelt an der Legitimität des Bahnstreiks und fordert die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) zum Einlenken auf. »Lösungen werden am Verhandlungstisch erstritten, an den sollte GDL-Chef Claus Weselsky Anfang nächster Woche zurückkehren«, sagte der oberste deutsche Gewerkschaftsvertreter dem SPIEGEL. Im Zentrum der Auseinandersetzung stünden nicht die Interessen der Bahn-Beschäftigten, sondern die Überlebensfähigkeit der GDL, so Hoffmann. In den meisten Bereichen der Bahn habe die Lokführergewerkschaft keine oder kaum Mitglieder, hier habe Weselsky »kein Mandat und damit keine Legitimation« für einen Arbeitskampf. Scharfe Kritik übt der DGB-Boss auch am Chef des Deutschen Beamtenbunds, der sich in dieser Woche mit der GDL solidarisiert und die größere Eisenbahnergewerkschaft EVG angegriffen hatte. »Die Polemik von Ulrich Silberbach gegen eine Mitgliedsgewerkschaft des DGB ist unerträglich«, so Hoffmann. »Die EVG ist mit Abstand die größte Eisenbahnergewerkschaft, das weiß auch Herr Silberbach.« Hoffmann wirft Weselsky vor, die Belegschaft zu spalten. In einer Urabstimmung hatten sich die Anhänger der GDL vergangene Woche für einen Streik entschieden und zwei Tage lang Güter- wie Personenverkehr lahmgelegt. Sie fordern 3,2 Prozent mehr Lohn über eine Laufzeit von 28 Monaten, die Bahn bietet 40 Monate an.

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