Liefer-Boom DHL und Ver.di streiten über Sonntagszustellung von Paketen

Neun Millionen Pakete verschicken Menschen in Deutschland derzeit täglich über DHL, die Pakettochter der Deutschen Post. Das Unternehmen will auch sonntags liefern dürfen - die Gewerkschaft hält dagegen.
Paketzustellung (Archivbild): "Der Schutz der Beschäftigten muss jetzt an erster Stelle stehen"

Paketzustellung (Archivbild): "Der Schutz der Beschäftigten muss jetzt an erster Stelle stehen"

Foto: Winfried Rothermel/ imago images/Winfried Rothermel

Die Gewerkschaft Ver.di hat Pläne der Deutschen Post als unnötig zurückgewiesen, mit einer Ausnahmeregelung bundesweit am Sonntag Pakete zustellen zu wollen. Ein Sprecher des Bundesvorstands sagte: "Aufgrund der bestehenden Kontaktbeschränkungen in der Corona-Pandemie ist in der Zustellung die Erreichbarkeit der Kundinnen und Kunden an den Werktagen sehr hoch."

Die Sonntagszustellung könne kein Ersatz für benötigtes Personal sein, sagte der Sprecher. "Der Schutz der Beschäftigten muss jetzt an erster Stelle stehen, denn die Belastung der Beschäftigten ist bereits jetzt extrem hoch." Sollte es nötig sein, "aus Gründen des Gesundheitsschutzes regional die Zustellung am Sonntag zu organisieren, so muss dies vorher mit den örtlichen Betriebsräten abgestimmt werden."

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So viele Sendungen wie vor Weihnachten

Die Deutsche Post bemüht sich um eine Sonntagszustellung von Paketen. Ein Sprecher hatte gesagt: "Derzeit erleben Deutsche Post und DHL mit rund neun Millionen Paketsendungen pro Tag ein Aufkommen wie sonst nur an den stärksten Tagen vor Weihnachten." Das sei eine Steigerung von mehr als 40 Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr um diese Zeit.

Die Paketmenge habe einen Umfang, der eine Zustellung an Sonntagen im Interesse der Kunden erforderlich machen könnte. Bleibe dies so, wolle man sich in Regionen mit besonders starker Nachfrage um Sonderregelungen bemühen.

kko/dpa
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