Dieselaffäre Staatsanwaltschaft nimmt drei Bosch-Manager ins Visier

Der Autozulieferer Bosch gerät tiefer in die VW-Affäre um manipulierte Dieselautos. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft Stuttgart konkret gegen drei Führungskräfte wegen Beihilfe zum Betrug.

Schriftzug von Bosch auf einem Prototypen
DPA

Schriftzug von Bosch auf einem Prototypen


Der Autozulieferer Bosch lieferte Volkswagen die Software, mit der der Wolfsburger Konzern Abgaswerte von Dieselmodellen schönte. Deswegen gerät Bosch nun in die Bredouille. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat bei ihren Ermittlungen gegen den Zulieferer drei konkrete Beschäftigte ins Visier genommen. Gegen sie wurde ein Verfahren wegen des Anfangsverdachts der Beihilfe zum Betrug eingeleitet, teilte ein Behördensprecher mit. Es gehe um Führungskräfte mit Personalverantwortung - bis hinauf zum mittleren Management.

Im Zuge der Ermittlungen der US-Justiz war ein E-Mail-Verkehr zwischen Managern von VW und Bosch aufgetaucht, der eine engere Zusammenarbeit auch bei der Manipulation nahelegen könnte. In den USA hatte sich Bosch durch einen Vergleich von der Bedrohung durch Klagen freigekauft.

"Wir kooperieren mit den Behörden", sagte ein Bosch-Sprecher zur Ankündigung der Staatsanwaltschaft. Die eigenen, internen Untersuchungen dauerten noch an. Nähere Angaben wollte er nicht machen.

Seit dem Herbst 2015 prüfen die Stuttgarter Strafverfolger im VW-Skandal auch gegen Bosch-Mitarbeiter den Verdacht auf Beihilfe zum Betrug. Die Gruppe "Diesel" besteht aus vier Staatsanwälten. Es sei nicht auszuschließen, dass sich im Zuge der weiteren Ermittlungen der Kreis der Beschuldigten erweitere, sagte ein Behördensprecher.

kig/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
Leser161 29.06.2017
1. Fein
Es ist mir wichtig, dass die konkreten Verantwortlichkeiten untersucht werden, statt die Menschengruppen (Dieselautofahrer, Belegschaft), die die eigentlichen Geschädigten sind, zu belasten. Jetzt fehlen nur noch die politisch Verantwortlichen. Denn nur durch das Auslagern der Abgasüberprüfungen an die Hersteller ist der Skandal ja erst möglich geworden
mrotz 29.06.2017
2.
Sündenböcke gefunden... ? Der Skandal an dem "Skandal" ist eiegntlich, daß wegen etwas, bei dem es keine Opfer gab - viel Geld für Ermittlungen rausgehauen wird - Leute eventuell in den Knast kommen, die nciht wirklcih etwas verbrochen haben - Gerichte blockiert werden während ein Mörder, der ziemlich eindeutig seine Frau ermordet hat, nach drei Jahren jetzt wieder rauskommt.... Wunderbar, nicht? mfg PS vorzeitige Todesfälle aufgrund NOx läuft unter Lügen mit Statistik und nicht unter echter Wissenschaft
al2510 29.06.2017
3. Systemfehler
Wie viele sollen nun eingesperrt werden? Einige bei Bosch, noch ein paar bei VW, noch mehr bei den Behörden und wie ist es mit der Politik? Ich denke wir brauchen einen gesellschaftlichen Dialog. Es gibt wohl kaum jemanden dem der Betrug verwunderlich oder unmöglich schient. Würde gerne mein Leitungswasser auf Nitrate untersuchen, aber ich befürchte es würde mir eh keiner die Wahrheit sagen. Die Untersuchung ist teuer. Aber ich vertraue nicht darauf. Bei der Stiftung Warentest, die ja staatlich ist, kostet die Antwort auf die Frage wie Sauber unser Wasser ist auch 2,50 obwohl es ja das normalste von der Welt wäre, ein ungesundes Mineralwasser öffentlich zu benennen. Hier gehört das System in den Knast und nicht irgend ein Mensch. Weil alle wurden so erzogen worden, dass das Eigen Hemd immer das nächste ist. Und Lügen grundsätzlich erlaubt ist. Wer nicht mitmachen will bei einem Betrug, hat in diesem Land keinen Job. Es ist doch mit den zu eifrigen Finanzbeamten auch nicht anderes gewesen. Schön wäre eine öffentliche Aufarbeitung. Jeder erzählt was und warum er es getan hat. Dafür bekommen alle Straffreiheit garantiert. Hauptsache am Ende geht es allen besser. Nur die Wahrheit kann das Problem heilen. Wahrheit braucht Liebe und die Liebe die Wahrheit. Es ist an der Zeit das Schwarzer Peter Spiel zu beenden.
mrotz 29.06.2017
4.
Zitat von Leser161Es ist mir wichtig, dass die konkreten Verantwortlichkeiten untersucht werden, statt die Menschengruppen (Dieselautofahrer, Belegschaft), die die eigentlichen Geschädigten sind, zu belasten. Jetzt fehlen nur noch die politisch Verantwortlichen. Denn nur durch das Auslagern der Abgasüberprüfungen an die Hersteller ist der Skandal ja erst möglich geworden
Dass man meint, es wäre ein Skandal, ist der Skandal. Diese Autos sind trotzdem sauberer alles vieles, das zuvor rumfuhr. Irgendwann ists mit den Grenzwerten auch mal gut. Wir übertreiben da massiv. Wir könnten uns auf die Schulter klopfen (man sehe nach China, wie die Luft dort ist. Die haben ein echtes Abgasproblem) und uns echten Problemen widmen. mfg
zensurgegner2017 29.06.2017
5.
Zitat von mrotzDass man meint, es wäre ein Skandal, ist der Skandal. Diese Autos sind trotzdem sauberer alles vieles, das zuvor rumfuhr. Irgendwann ists mit den Grenzwerten auch mal gut. Wir übertreiben da massiv. Wir könnten uns auf die Schulter klopfen (man sehe nach China, wie die Luft dort ist. Die haben ein echtes Abgasproblem) und uns echten Problemen widmen. mfg
Wo ziehen Sie die Grenze? Die einen manipulieren Abgaswerte, die anderen verunreinigen Nahrungsmittel. Bei was wird ermittelt? Kippt jemand Altöl in die Landschaft klopfen wir uns auf die Schulter, weil im Vergleich zu China?.... Fakt ist: wer sich um Gesetze herummogelt versachfft sch einen wirtschaftlichen Vorteil, das vernichtet Innovation und Arbeitsplätze
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