Dieselskandal Kanada verklagt Volkswagen

Die kanadische Regierung geht gegen Volkswagen vor Gericht. Der Vorwurf: Der Konzern soll über Jahre Umweltgesetze missachtet haben.
Eine Volkswagen-Autoausstellung in Toronto (Symbolfoto)

Eine Volkswagen-Autoausstellung in Toronto (Symbolfoto)

Foto: Mark Blinch/ REUTERS

Kanada zieht Volkswagen im Abgasskandal zur Verantwortung. Die Regierung hat Klage gegen den deutschen Autokonzern  wegen Verstößen gegen Umweltgesetze und Importvorschriften eingereicht, teilte sie mit. Die Behörden werfen VW vor, zwischen Anfang 2008 und Ende 2015 fast 128.000 Fahrzeuge eingeführt zu haben, die nicht den Abgas-Standards entsprachen.

In Kanada war VW in den vergangenen Jahren bereits mit Klagen von zahlreichen Dieselbesitzern konfrontiert - der Konzern hat dort schon mehr als zwei Milliarden kanadische Dollar (1,36 Milliarden Euro) für Entschädigungen zahlen müssen. Nach vierjährigen Untersuchungen des Umweltministeriums reichte nun auch die Regierung Klage ein.

Volkswagen teilte mit, das Unternehmen habe bei der Untersuchung der Behörden umfassend kooperiert. Bei einer Anhörung am Freitag dieser Woche vor einem Gericht in Ontario würden beide Parteien eine Vergleichslösung zur Prüfung vorlegen. Einzelheiten dazu würden in dieser mündlichen Verhandlung vorgestellt.

Weltweit betraf die Affäre laut Konzernangaben im Jahr 2015 rund elf Millionen Dieselautos. Wegen des "Dieselgate"-Skandals hat der Konzern bereits mehr als 30 Milliarden Euro an Rechtskosten verbucht.

flg/dpa-AFX